DGRh warnt vor Fehlinformation über „SARS-CoV-2-Impfung“ bei Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen11. Januar 2021 ©Halfpoint – Adobe Stock Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) warnt vor Informationen, die von einer SARS-CoV-2-Impfung von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen abraten. Denn in den vergangenen Tagen erreichten die DGRh dazu vermehrt verunsicherte Anfragen. Anlass dazu geben Falschinformationen seitens Landesregierungen, Krankenkassen und Medien: Diese kommunizieren, dass eine Impfung gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 für Menschen mit Rheuma risikobehaftet und damit nicht in Anspruch zu nehmen sei. Dies trifft nicht zu, betont die DGRh in einer aktuellen Stellungnahme. Stattdessen empfiehlt die Fachgesellschaft ausdrücklich die Impfung von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Der SARS-CoV-2- Impfstoff „BNT162b2“ der Firma Biontech ist für Menschen ab 16 Jahren zugelassen, der Moderna-Impfstoff ab18. Das schließt Patienten mit chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen ebenso ein wie jene unter „immunsuppressiver“ Therapie, die deren körpereigene Abwehr mindert. Der Impfstoff ist zwar für diese Patienten noch nicht systematisch getestet. Es sei also auch aus juristischer Sicht zulässig, Menschen mit Rheuma mit den zugelassenen Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 zu impfen. „Die Falschinformationen zur Impfung sind nicht nur unbegründet, sie sind sogar potenziell lebensgefährlich für die Betroffenen, denen man die Impfung verwehrt“, so Professor Krause, ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Immanuel Krankenhaus Berlin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät sogar generell, Patienten mit einem eingeschränkt funktionierenden Immunsystem vorrangig zu impfen. Einzige Gegenanzeige wäre eine Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe des Impfstoffs. Darüber hinaus sollten Schwangere zurzeit nicht geimpft werden. Die DGRh empfiehlt wie die STIKO dringend die Impfung von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. „Das gilt jetzt schon vor allem für Menschen, die aufgrund ihres Alters zusätzlich gefährdet sind“, erläutert Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, 2. Vizepräsident der DGRh aus München. Die DGRh warnt davor, weitere Fehlinformation zu verbreiten. „Wir raten ausdrücklich dazu, die fehlerhaften Informationen umgehend zu korrigieren und bitten zudem alle informierenden Stellen, Landesregierungen, Krankenkassen und Medien, die korrekte Information an die Bevölkerung und damit die Betroffenen zu verbreiten“, rät Professor Dr. med. Christof Specker, 1. Vizepräsident der DGRh aus Essen. Die Fachgesellschaft befürwortet zudem, zügig gezielte Impf-Studien für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen aufzunehmen. Seit Beginn der Pandemie informiert die DGRh ihre Mitglieder, Wissenschaftler und Ärzte, die Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen behandeln und auch Betroffene selbst. Sie veröffentlicht Empfehlungen zum Thema COVID-19 und Rheuma, zu Therapie und Medikation. Darüber hinaus betreibt sie ein Register zur Erforschung der Zusammenhänge von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und einer SARS-CoV-2 Infektion und publiziert die Ergebnisse. Die DGRh kooperiert mit Partnerorganisationen in Projekten zur Erforschung von COVID-19 und Rheuma – deutschlandweit und international. Quellen: dgrh.de: Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. dgrh.de: Informationen der DGRh über COVID-19 und Rheuma www.rki.de: STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung; (Aktualisierung am 8. Januar 2021) Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
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