DGS: Geplante GKV‑Sparmaßnahmen gefährden die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen22. April 2026 Symbolfoto: ©Andrii Yalanskyi/stock.adobe.com Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) äußert Kritik gegenüber den Sparmaßnahmen im Referentenentwurf zum GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Nach Ansicht der DGS gefährden die vorgesehenen Kürzungen die ambulante Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen auf lange Sicht. Schmerzpatienten seien auf eine kontinuierliche, zeitintensive und multiprofessionelle Behandlung angewiesen und würden die Folgen einer finanziellen Deckelung im ambulanten Bereich sofort spüren, erklärt die DGS in einer aktuellen Mitteilung, denn eine begrenzte Vergütung werde unweigerlich zu begrenzten Leistungen führen. Weniger Termine, längere Wartezeiten und Einschränkungen der multimodalen Behandlung Besonders kritisch sieht die DGS die geplante Abschaffung der Honoraranreize aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung haben diese Anreize zu einer verbesserten Terminvergabe beigetragen. Eine Reduktion verfügbarer Termine erhöhe für Schmerzpatienten das Risiko einer Chronifizierung durch verzögerte Diagnostik und Therapie, betont die DGS. Ferner bestehe die die Gefahr, dass Praxen auf die finanziellen Einschnitte mit Personalabbau oder Leistungseinschränkungen reagieren müssen, was wiederum zu längeren Wartezeiten führen könne. „Für Menschen mit chronischen Schmerzen bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, da bereits heute viele von ihnen lange auf Termine und Behandlung warten“, hebt die Fachgesellschaft hervor. Die Einsparungen würden laut DGS auch Bereiche betreffen, die für die Schmerzmedizin von hoher Relevanz sind: psychotherapeutische Kurzzeitinterventionen, präventive Leistungen und strukturierte Beratungsangebote. Diese Leistungen helfen, Chronifizierungsprozesse zu verhindern und Begleiterkrankungen früh zu erkennen. Versorgung chronischer Schmerzpatienten priorisieren „Die Sparmaßnahmen treffen die Patientengruppe, die stabile Versorgungsstrukturen am dringendsten benötigt“, betont DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim. „Chronische Schmerzen erfordern kontinuierliche Betreuung. Wir brauchen daher eine nachhaltige Finanzierung der ambulanten Versorgung, wir brauchen multiprofessionelle Teams, weniger Bürokratie und eine klare Priorisierung der Versorgung chronisch kranker Menschen. Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Schmerzen in den Reformüberlegungen zu berücksichtigen. Eine stabile ambulante Schmerzmedizin ist Voraussetzung für Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und die Vermeidung stationärer Behandlungen.“
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