DGSM: Sieben Stunden Schlaf pro Nacht kein Garant für erholsamen Schlaf11. Mai 2022 Foto: Studio Romantic/stock.adobe.com Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt mit Blick auf eine aktuelle Studie, die Schlafdauer dem individuellen Schlafbedürfnis anzupassen und nicht einer vermeintlichen Zeitvorgabe von 7 Stunden pro Nacht. Die Ergebnisse einer aktuellen britisch/chinesischen Studie mit fast 500.000 Erwachsenen zwischen 38 und 73 Jahren haben zur öffentlichen Diskussion über die optimale Schlafdauer bei Erwachsenen geführt. Daraus ist der Eindruck entstanden, dass sieben Stunden Schlaf pro Nacht bei Erwachsenen eine Notwendigkeit sei. Kürzerer oder längerer Schlaf sei mit erhöhten Risiken für psychische Erkrankungen und geistige Einschränkungen verbunden.Die DGSM weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass eine ursächliche Verbindung zwischen kurzem bzw. langem Schlaf und den genannten Erkrankungen bzw. Einschränkungen mit dem Studiendesign nicht nachgewiesen werden kann. Dies würden die Autorinnen und Autoren dies auch nicht in ihrem Artikel behaupten. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Dementsprechend ist die Studie kein Hinweis darauf, dass der Versuch, genau sieben Stunden zu schlafen, gesundheitsförderlich ist. Dies kann sich für Menschen mit einem geringeren oder längeren Schlafbedarf sogar eher gesundheitsschädlich auswirken. Der Schlafbedarf ist individuell sehr unterschiedlich und wird genetisch gesteuert von unserer inneren Uhr. Daraus resultiert, dass die meisten Erwachsenen eine durchschnittliche Schlafdauer von etwa 6 bis 8 Stunden haben. Einige Langschläfer brauchen regelmäßig mehr Schlaf, wohingegen Kurzschläfer mit deutlich weniger Schlaf auskommen, ohne dadurch krank zu werden. Hinzu kommt, dass für den Erholungswert des Schlafes nicht nur die Schlafdauer relevant ist, sondern auch die Schlafqualität. Und die kann, körperlich oder psychisch bedingt, beeinträchtigt sein. Insofern sind die Ergebnisse der Studie differenziert zu betrachten und es ist nicht ein statistisch gewonnener Mittelwert über 500.000 Probanden auf einzelne Individuen zu verallgemeinern.“Unabhängig davon betont die DGSM, dass sowohl Menschen, die einen chronischen Schlafmangel haben als auch Menschen, die regelmäßig zu lange (über 9 Stunden pro 24 Stunden) schlafen, ein erhöhtes Risiko für körperliche Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen, insbesondere Depressionen und Angststörungen und kognitive Einschränkungen bis hin zu einem erhöhten Risiko für dementielle Erkrankungen im höheren Alter haben und dass zu kurze oder zu lange Schlafzeiten auch ein Hinweis auf zugrunde liegender Erkrankungen sein kann.
Mehr erfahren zu: "Friedensorganisation kritisiert zivil-militärische Großübungen" Friedensorganisation kritisiert zivil-militärische Großübungen Die Friedensorganisation für Gesundheitsberufe IPPNW kritisiert die geplante zivil-militärische Zusammenarbeit bei dem Kriegsmanöver „Red Storm Charlie“ in Hamburg, bei der auch Beschäftigte im Gesundheitswesen einbezogen sind.
Mehr erfahren zu: "Waldbrände und Rauchbelastung: Größeres Gesundheitsrisiko als Luftverschmutzung aus anderen Quellen" Waldbrände und Rauchbelastung: Größeres Gesundheitsrisiko als Luftverschmutzung aus anderen Quellen Forschenden zufolge erhöht sich bei einer Exposition gegenüber Rauch aus Waldbränden das Risiko für Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Außerdem, so stellten die Forschenden fest, sind die Überlebenschancen von […]
Mehr erfahren zu: "Hausstaubmilbenallergene und kristallines Siliziumdioxid bei entzündeten Lungen: Wirksamkeit der Steroidtherapie nimmt ab" Hausstaubmilbenallergene und kristallines Siliziumdioxid bei entzündeten Lungen: Wirksamkeit der Steroidtherapie nimmt ab Laut einer neuen Studie kann sich die mit Asthma und anderen allergischen Atemwegserkrankungen einhergehende Entzündung deutlich verstärken, wenn eine Exposition gegenüber Hausstaubmilbenallergenen oder kristallinem Siliziumdioxid hinzukommen.