Bundesweite Aktionswoche rückt den Impfschutz in den Fokus

Symbolbild: © Alexander Raths – stock.adobe.com

Vom 9. bis 15. November 2026 findet erstmals eine bundesweite Impf-Aktionswoche statt. Hausarztpraxen können eigene Angebote einbringen – auch zur Langen Nacht des Impfens am 12. November.

Die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) soll das Wissen über Impfungen verbessern und den Impfschutz in der Bevölkerung stärken. Sie richtet sich an alle Altersgruppen, insbesondere an Menschen, die ihren Impfstatus nicht sicher kennen. Künftig soll die Aktionswoche jährlich stattfinden. Schirmherrin ist Dr. Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin im BMG.

Impfchecks und Sprechstunden anbieten

Hausarztpraxen können bestehende Kontakte nutzen oder zusätzliche Angebote schaffen: Das BMG regt etwa Impfpasskontrollen, eigene Impfsprechstunden und Impfungen ohne Voranmeldung an. Bei Impfterminen von Kindern lassen sich auch begleitende Familienangehörige auf ihren Impfschutz ansprechen und gegebenenfalls impfen. Größere oder überregionale Aktionen können zur Veröffentlichung auf der Aktionswebsite gemeldet werden.

Durch verlängerte Impfzeiten mehr Menschen erreichen

Ein Angebot innerhalb der bundesweiten Impf-Aktionswoche ist die Lange Nacht des Impfens am 12. November. Während die Aktionswoche das Impfen insgesamt in den Blick nimmt, konzentriert sich die Abendaktion auf Impfungen gegen Influenza und COVID-19. Die verlängerten Öffnungszeiten sollen den Zugang nach Feierabend erleichtern und auch Menschen erreichen, die den Auftakt der herbstlichen Impfsaison verpasst haben.

Die Lange Nacht findet bereits zum vierten Mal statt und wird vom Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) organisiert. Neben Apotheken können sich Arztpraxen, Gesundheitsämter, arbeitsmedizinische Dienste und weitere Impfstellen beteiligen. Je nach Standort sind Impfungen mit oder ohne Termin möglich.

Im Fokus steht insbesondere der Schutz älterer Menschen: Nach Angaben des BVVA unter Berufung auf das Robert Koch-Institut waren in der Saison 2024/2025 lediglich 35 Prozent der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft; WHO und EU streben für diese Gruppe 75 Prozent an. Bei der Langen Nacht 2025 wurden mehr als 15.000 Impfungen an 385 teilnehmenden Stellen dokumentiert, überwiegend in Apotheken.

Mit der eigenen Praxis dabei sein

Wer die Aktionen in der eigenen Praxis aufgreifen möchte, findet auf der Aktionswebsite Plakate und ausfüllbare Vorlagen, um auf Impf- und Beratungsangebote aufmerksam zu machen. Ergänzend stehen Informationsmaterialien zu saisonalen Impfungen bereit.

Hausarztpraxen, die am 12. November bis in die Abendstunden Impfungen anbieten möchten, können sich auf lange-nacht-des-impfens.de zur Langen Nacht des Impfens anmelden und dort Werbematerial herunterladen. Eine Mitgliedschaft im BVVA ist dafür nicht erforderlich. Nach der Bestätigung per E-Mail und der Bearbeitung durch den Verband wird die Praxis in die interaktive Karte der teilnehmenden Impfstellen aufgenommen. (ins)