Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel4. November 2026 Foto: thodonal/stock.adobe.com Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandel sein. Acht Verbände und Organisationen des Gesundheitswesens haben am 4. November 2026 ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung im Krankenhaus unterzeichnet. Damit setzen sie ein klares Zeichen für einen grundlegenden Kulturwandel in den Kliniken. Ausgangspunkt für den gemeinsamen Prozess war eine vom Marburger Bund durchgeführte Umfrage, die das Ausmaß von Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen insbesondere im ärztlichen Bereich deutlich gemacht hat. Machtmissbrauch im Krankenhaus – ein strukturelles Problem Auf Initiative des Marburger Bundes und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) wurde daraufhin ein gemeinsamer Runder Tisch eingerichtet. Aus diesem ist schließlich das jetzt beschlossene Leitbild hervorgegangen. Es definiert Grundsätze für eine respektvolle, sichere und diskriminierungsfreie Arbeitskultur definiert. „Wir sprechen nicht über wenige bedauerliche Einzelfälle, sondern über ein strukturelles Problem. Wir brauchen deshalb unabhängige und vertraulich erreichbare Anlaufstellen sowie die Möglichkeit, Vorfälle anonym zu melden. Die Meldewege müssen leicht zugänglich und ihre Abläufe transparent sein. Wer sich beschwert oder als Zeugin oder Zeuge aussagt, braucht wirksamen Schutz vor beruflichen Nachteilen“, betonte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes. Leitbild als Ausgangspunkt für grundlegenden Wandel „Ein Leitbild allein verändert noch keine Kultur. Es kann aber der Ausgangspunkt für einen grundlegenden Wandel sein. Entscheidend ist, dass wir den darin formulierten Anspruch jetzt mit Leben füllen und nachhaltige Strukturen schaffen“, erklärte Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG. Dazu gehörten die Sensibilisierung für das Thema Machtmissbrauch im Krankenhaus, gezielte Schulungen, die Verstetigung des Runden Tisches und Arbeitsgruppen, die sich mit den Strukturen und Arbeitsbedingungen in allen Berufsgruppen des Krankenhauses auseinandersetzen, so Gaß. Er bekräftigte: „Unser Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem Respekt, Wertschätzung und ein diskriminierungsfreies Miteinander in allen Krankenhäusern selbstverständlich sind.“
Mehr erfahren zu: "Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen?" Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen? Ein aktualisierter Cochrane-Review ergab bei Personen mit arbeitsbedingten Beschwerden in Nacken, Schultern oder Armen keinen klaren kurzfristigen Nutzen für ergonomische Maßnahmen. Die Evidenz ist jedoch nur von geringer bis moderater […]
Mehr erfahren zu: "Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“" Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“ Mit Blick auf ambulante OP-Zentren warnt der SpiFa warnt vor einer Pleitewelle im nächsten Jahr. Eine Kopflose Sparpolitik drehe die dringend notwendige Reform zurück, so Dr. Helmut Weinhart, stellvertretender SpiFa-Vorstandsvorsitzender.
Mehr erfahren zu: "Rückenschmerzen: Viele nicht medikamentöse und nicht operative Therapien sind kosteneffizient" Rückenschmerzen: Viele nicht medikamentöse und nicht operative Therapien sind kosteneffizient Ob Yoga, Verhaltenstherapie oder Selbstmanagementstrategien: Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit von Forschenden aus Australien sind diese Maßnahmen bei Schmerzen im unteren Rückenbereich wirksamer und aus mindestens einer Kostenperspektive günstiger als die […]