Diabetes-Management: Lebensstil plus Medikamente versus zusätzlicher Magen-Bypass

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Um zu klären, wie dauerhaft der positive Effekt eines Roux-en-Y-Magen-Bypasses in Ergänzung zu einer intensiven Intervention den Lebensstil betreffend sowie zu einer medikamentösen Behandlung beim Diabetes-Management ist, haben Wissenschaftler 120 Patienten untersucht.

Bei der Analyse handelte es sich um den beobachtenden Follow-up einer randomisiert-kontrollierten Studie, die an 4 Behandlungszentren in den USA und in Taiwan durchgeführt wurde. Die Probanden besaßen einen Hämoglobin-A1c(HbA1c)-Wert von mindestens 8,0 % und einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 30 und 39,9 und wurden 5 Jahre lang nachbeobachtet. Jeweils 60 Patienten erhielten Lebensstilberatungen plus Medikamente bzw. plus eine zusätzliche Operation. Hauptendpunkt der Untersuchung war der zusammengesetzte 3-fach-Endpunkt der American Diabetes Association: ein HbA1c-Wert unter 7,0 %, ein LDL-Cholesterin-Spiegel unter 100 mg/dl und ein systolischer Blutdruck unter 130 mmHg nach 5 Jahren.

Von den ursprünglich 120 randomisierten Patienten (Durchschnittsalter 49 Jahre, 60 % Frauen) standen nach Ende des 5-jährigen Follow-up noch 98 (82 %) für die Endauswertung zur Verfügung.

Bezüglich ihrer Merkmale zu Beginn unterschieden sich die Probanden nicht: Der durchschnittliche BMI lag in der Kontrollgruppe bei 34,4 und bei 34,9 in der Gruppe, die einen Magen-Bypass erhielt. Die HbA1c-Werte betrugen jeweils 9,6 %. Nach 5 Jahren hatten 23 % der Probanden in der Magen-Bypass-Gruppe und 4 % in der Kontrollgruppe den kombinierten Endpunkt erreicht (Differenz 19 %; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 4–34; p=0,01). Im fünften Jahr der Nachbeobachtung erreichten 55 % in der Magen-Bypass-Gruppe im Vergleich zu nur 14 % in der Kontrollgruppe einen HbA1c-Wert unter 7,0 % (Differenz 41 %; 95 %-KI 19–63; p=0,002).

In der Magen-Bypass-Gruppe traten mit 66 mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf als in der Kontrollgruppe mit nur 38. Dabei handelte es sich meist um gastrointestinale Ereignisse und chirurgische Komplikationen wie Strikturen, Dünndarmobstruktionen und Leckagen. Bei den Patienten mit Magen-Bypass kam es vermehrt zu Erhöhungen von Parathormon. Einen Unterschied in Bezug auf einen B12-Mangel gab es nicht.

Fazit
Am Ende der Nachbeobachtung von adipösen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes war der kombinierte Endpunkt in der chirurgischen Gruppe signifikant besser als in den Vergleichsgruppen. Da sich die Effektgröße jedoch im Laufe von fünf Jahren verringert hat, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Autoren: Ikramuddin S et al.
Korrespondenz: Dr. Sayeed Ikramuddin, Department of Surgery, University of Minnesota, 516 Delaware St SE, Minneapolis, MN 55455, USA; [email protected]
Studie: Lifestyle Intervention and Medical Management With vs Without Roux-en-Y Gastric Bypass and Control of Hemoglobin A1c, LDL Cholesterol, and Systolic Blood Pressure at 5 Years in the Diabetes Surgery Study
Quelle: JAMA 2018;319(3):266–278.
Web: jamanetwork.com/journals/jama

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