Diabetes: Zunehmende Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen in den USA17. August 2023 © Ana – stock.adobe.com (Symbolbild) In vielen Regionen der Welt nimmt die Häufigkeit von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen zu. Daher haben Forschende in den USA nun im Rahmen einer Studie Kinder und Jugendliche im Alter von 0–19 Jahren mit der Diagnose eines Typ-1-Diabetes (T1D) oder Typ-2-Diabetes (T2D) zwischen 2002 und 2018 ermittelt. Die Daten stellten die Autoren als Inzidenz von T1D/100.000 Kinder und Jugendliche <20 Jahren und als Inzidenz von T2D/100.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 10–19 Jahren je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, geografischer Region und Monat oder Jahreszeit der Diagnose dar. Sie identifizierten in dieser Bevölkerungsgruppe 18.169 Kinder und Jugendliche mit T1D in 85 Mio. Personenjahren und 5293 Kinder und Jugendliche mit T2D in 44 Mio. Personenjahren. In den Jahren 2017−2018 lag die jährliche Inzidenz von T1D bei 22,2/100.000 Kindern und Jugendlichen und die von T2D bei 17,9/100.000. Das Trendmodell erfasste sowohl einen linearen Effekt als auch einen gleitenden Durchschnittseffekt, mit einem signifikant ansteigenden (jährlichen) linearen Effekt sowohl für T1D (2,02%; 95%-KI 1,54–2,49) als auch für T2D (5,31%; 95%-KI 4,46–6,17). Bei Heranwachsenden ethnischer Minderheitengruppen, bspw. schwarzen und hispanischen Kindern und Jugendlichen, war der Anstieg der Inzidenz für beide Diabetesausprägungen größer. Das Höchstalter bei der Diagnose lag bei 10 Jahren (95%-KI 8,11) für T1D und bei 16 Jahren (95%-KI 16,17) für T2D. Die Jahreszeit war für T1D (p=0,0062) und T2D (p=0,0006) signifikant, mit einem Höhepunkt im Januar bei der Diagnose von T1D und einem Höhepunkt im August bei der Diagnose von T2D. Fazit Die zunehmende Inzidenz von T1D und T2D bei Kindern und Jugendlichen in den USA wird nach Überzeugung der Studienautoren zu einer wachsenden Population junger Erwachsener führen, bei der das Risiko früher Diabeteskomplikationen besteht und deren Bedarf an medizinischer Versorgung den ihrer Altersgenossen übersteigen wird. Erkenntnisse, die das Alter und den Zeitpunkt der Diagnose betreffen, könnten daher gezielte Präventionsmaßnahmen ermöglichen. (bi) Autoren: Wagenknecht LE et al. Korrespondenz: Lynne E. Wagenknecht; [email protected] Studie: Trends in incidence of youth-onset type 1 and type 2 diabetes in the USA, 2002-18: results from the population-based SEARCH for Diabetes in Youth study Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2023;11(4):242–250. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(23)00025-6
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