Diabetische Nierenkrankheit: Neuartige Kombinationstherapie könnte schädliche Auswirkungen reduzieren10. März 2026 Foto: © jo-panuwat-d/stock.adobe.com Forscher der Mayo Clinic (USA) haben eine Kombinationstherapie aus Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln entwickelt, die die schädlichen Auswirkungen alternder Zellen bei diabetischer Nierenkrankheit (DKD) reduzieren könnte. Fehlgeleitete Entzündungen und zelluläre Seneszenz tragen zur Pathogenese der DKD bei und stellen wichtige therapeutische Zielstrukturen dar. Senolytische Substanzen entfernen selektiv seneszente Zellen und reduzieren entzündungsbedingte Gewebeschäden. In einer zuvor durchgeführten Pilotstudie an Patienten mit DKD reduzierte die senolytische Kombination aus dem Wirkstoff Dasatinib und dem Naturfarbstoff Quercetin die systemische Entzündung, die Anzahl seneszenter Zellen und die Makrophageninfiltration im Fettgewebe, berichtet ein Forscherteam um Erstautoren Xiaohui Bian. Die senotherapeutischen Effekte von Dasatinib und Quercetin auf die DKD, Seneszenz, Entzündung und geroprotektive Faktoren seien jedoch noch nicht belegt. Ihre aktuelle Forschungsarbeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „eBioMedicine“ liefert nun neue Ergebnisse. Untersuchungen am Mausmodell Bei männlichen C57BL/6J-Mäusen induzierten die Forscher Diabetes mellitus durch intraperitoneale Streptozotocin-Injektion. Anschließend erhielten die Tiere über fünf Tage entweder Dasatinib und Quercetin (5 bzw. 50 mg/kg) oder ein Vehikel per oraler Sonde. Nierenfunktion und Marker für Nierenschädigung, Fibrose, Entzündung, zelluläre Seneszenz und geroprotektive Faktoren wurden gemessen. Dann untersuchten die Wissenschaftler in in-vitro-Studien die Reparaturwirkungen von Dasatinib und Quercetin in mit hohem Glukosegehalt behandelten humanen Nierentubulusepithelzellen (HK2), Endothelzellen (HUVECs) und von U937 abgeleiteten Makrophagen. Verbesserte Nierenfunktion und reduzierte Nierenschädigung Dasatinib und Quercetin verbesserte die Nierenfunktion und reduzierte Marker für Nierenschädigung (glomerulär und tubulär), Fibrose, Seneszenz (p16Ink4a), Makrophagen- und Seneszenz-assoziierte Entzündung (im Vergleich zu diabetischen Kontrollen), ohne den Glukosespiegel zu verändern, berichten die Forscher. Zusätzlich stiegen geroprotektive Faktoren (α-Klotho, Sirtuin-1) an. Die Behandlung mit Dasatinib und Quercetin reduzierte in vitro die durch hohe Glukosekonzentrationen induzierte Seneszenz und Entzündung (NF-κB) in HK2-Zellen, HUVECs und Makrophagen, heißt es weiter. Zusammenfassend erklären die Forscher, dass eine „hit-and-run“ senolytische Behandlung mit Dasatinib und Quercetin im Mausmodell die Nierenfunktion verbesserte und die DKD durch Modulation des Entzündungsgeschehens, Reduzierung der Anzahl seneszenter Zellen und Wiederherstellung geroprotektiver Faktoren milderte. „Die Ergebnisse zeigen, dass diese Kombinationstherapie das Potenzial hat, Nierenschäden durch Diabetes zu reduzieren und zu stoppen“, kommentiert Studienleiter LaTonya J. Hickson. Weitere Studien notwendig Diese positiven Effekte auf die Nieren von Mäusen und die zuvor beobachteten systemischen Effekte beim Menschen untermauern laut den Autoren die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen, in denen Dasatinib und Quercetin zur Verbesserung der Lebensspanne bei Personen mit DKD eingesetzt wird. (ri/BIERMANN)
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