Diabetologe verzweifelt gesucht?!10. April 2019 Foto: © Andrey Popov, Fotolia.com Etwa 6,7 Mio. Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt. Somit sind an die sieben Prozent der Bevölkerung von der chronischen Stoffwechselerkrankung betroffen. Über 90 Prozent haben Typ-2-Diabetes, circa fünf Prozent Typ-1-Diabetes. Bei 60.000 Hausärzten hierzulande betreut ein Hausarzt etwa 100 Patienten mit Diabetes. Die circa 1.100 Diabetes-Schwerpunktpraxen behandeln durchschnittlich 600 Betroffene pro Einrichtung. Knapp 400 spezielle Kliniken stehen zur stationären Versorgung zur Verfügung, davon 57 für Kinder und Jugendliche. Für die flächendeckende Umsetzung einer bestmöglichen wohnortnahen Betreuung der steigenden Zahl an Menschen mit Diabetes sind jedoch bessere Versorgungsstrukturen und Organisationen notwendig. In strukturschwachen ländlichen Räumen gibt es schon jetzt Versorgungsengpässe. Darauf machte die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2019 aufmerksam. Der Aktionstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stand in diesem Jahr unter dem Motto „Universal Health Coverage“/„Flächendeckende Gesundheitsversorgung“. Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die ein Leben lang täglich Aufmerksamkeit erfordert. Betroffene müssen Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen, Blutzucker messen und auf die Ernährung achten. Um langfristig eine gute Stoffwechseleinstellung aufrechtzuerhalten und Folgeerkrankungen an Augen, Nieren oder Herz-Kreislaufsystem vorzubeugen beziehungsweise frühzeitig erkennen und behandeln zu lassen, sind regelmäßige Besuche bei Diabetologen und anderen Fachärzten unverzichtbar. Besonders Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 und ihre Eltern benötigen eine engmaschige Betreuung. Ihre Versorgung erfolgt meist über Krankenhäuser. Die Anerkennung nach Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) haben knapp 60 Kinderkliniken in Deutschland. Hinsichtlich der Erreichbarkeit bestehen große regionale Unterschiede. Gerade im ländlichen Raum ist die Versorgungssituation schon heute teilweise schwierig, weiß Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim: „Viele Familien müssen schon jetzt lange Wege zum Kinderdiabetologen oder in die nächste geeignete Klinik auf sich nehmen.“ Dieser Entwicklung müsse dringend entgegengewirkt werden, appelliert Professor Haak: „Wir fordern, mehr in die Erforschung zur Vermeidung und Heilung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 zu investieren. Etablierte und erfolgreiche Forschungsstrukturen sollten erhalten und weiter ausgebaut werden.“ Darüber hinaus wird mehr diabetologischer Nachwuchs benötigt: Derzeit gebe es nur noch acht Lehrstühle an den insgesamt 33 Medizinischen Fakultäten in Deutschland. Hinzu komme, dass die Diabetologie als vermeintlich ambulantes Fach in vielen Kliniken nicht mehr vertreten sei. Professor Haak betont: „Außerdem ist Diabetes-Behandlung immer Team-Arbeit: Gemäß den Empfehlungen der Leitlinien zur Behandlung des Diabetes gehören seit Jahrzehnten auch weitergebildete Diabetesberater in jedes qualifizierte Behandlerteam. Deshalb fordern wir die staatliche Anerkennung der Weiterbildung zum Diabetes-Berater DDG in allen Bundesländern“. Anlässlich des Gründungsdatums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Ziel dabei ist es, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.
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