Diagnose onkogener Mutationen beim Lungenadenokarzinom: Pleurale zellfreie DNA mit hohem diagnostischen Ertrag

DURHAM (Biermann) – Ob pleurale zellfreie DNA (cfDNA) zur zielgerichteten Beurteilung von Mutationen bei Patienten mit Lungenadenokarzinom und malignen Pleuraergüssen (MPE) verwendet werden kann, hat eine US-amerikanische Arbeitsgruppe untersucht. Sie beurteilte onkogene Mutationen mittels Pleuraflüssigkeitszytologie oder Lungenkrebsbiopsien und bewertete Mutationen anhand von Pleura- und Plasma-cfDNA und Next-Generation-Sequencing (NGS).

Die Forschenden nahmen von 42 Patienten 54 Proben von Pleuraflüssigkeit. Die diagnostische Ausbeute zum Nachweis onkogener Mutationen für Pleura-cfDNA, Pleurazytologie, Biopsie und Plasma-cfDNA betrug 49/54 (90,7 %), 16/33 (48,5 %), 22/25 (88 %) bzw. 24/32 (75 %; p<0,001).

Die Übereinstimmung der Mutationen in positiven Proben zwischen pleuraler cfDNA und Pleurazytologie betrug 100 %, wohingegen pleurale cfDNA und Biopsien nur zu 89,4 % übereinstimmten.

Die mediane Konzentration der cfDNA in der Pleura war laut den Studienautoren höher als im Plasma: 28.444 (Interquartilbereich [IQR] 4957–67.051) vs. 2966,5 (IQR 2167–5025) Kopien amplifizierbarer DNA pro ml (p<0,01). Im Median, so berichten die Forschenden weiter, reichten 5 ml (IQR 4,5–5) Pleuraflüssigkeitsüberstand für den cfDNA-Test aus.

Die Studienautoren fassen zusammen, dass der diagnostische Ertrag von Pleura-cfDNA-NGS für onkogene Mutationen bei Patienten mit Lungenadenokarzinom mit dem von Tumorbiopsien vergleichbar und höher als bei Pleurazytologie und Plasma-cfDNA ist. Pleurale cfDNA könne problemlos in den klinischen Arbeitsablauf integriert werden und den Bedarf an zusätzlichen Biopsien verringern, lautet das abschließende Fazit der Wissenschaftler. (ac)

Autoren: Mahmood K et al.
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Studie: High Yield of Pleural Cell-Free DNA for Diagnosis of Oncogenic Mutations in Lung Adenocarcinoma
Quelle: Chest 2023;164(1):252–261.
doi: 10.1016/j.chest.2023.01.019