Diagnostik, Therapie und Nachsorge verbessern: S3-Leitlinie zum Diffus großzelligen B-Zell-Lymphom veröffentlicht9. Dezember 2022 Foto: David A Litman – stock.adobe.com Erstmals hat das Leitlinienprogramm Onkologie eine S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge für erwachsene Patienten mit einem Diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) und verwandten Entitäten veröffentlicht. Die S3-Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) und unter Mitwirkung von 32 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen.„Aktuell werden Patientinnen und Patienten mit einem DLBCL sehr unterschiedlich behandelt. Mit dieser Leitlinie geben wir nun erstmals klare Empfehlungen für den ganzen Weg der Versorgung von der Diagnostik über Therapievarianten bis hin zur Nachsorge – natürlich evidenzbasiert. Damit tragen wir dazu bei, dass die Qualität der Versorgung langfristig steigt“, sagt Prof. Peter Borchmann, Oberarzt an der Uniklinik Köln. Gemeinsam mit Prof. Nicole Skoetz, Arbeitsgruppenleiterin an der Uniklinik Köln, koordinierte er die Erstellung der Leitlinie.Die 280 Seiten umfassende S3-Leitlinie enthält ausführliche Kapitel zur empfohlenen Diagnostik, konkrete Therapieschemata für die Erstlinientherapie, mögliche Vorgehen bei Rezidiven und Nachsorge-Empfehlungen. Ein Teil der Leitlinie widmet sich auch besonderen Subgruppen des DLBCL, die zwar selten auftreten, aber – wenn sie beispielsweise durch eine spezielle Diagnostik erkannt werden – spezifisch therapiert werden sollten.Forschungsfragen für eine langfristig bessere Versorgung„Während der Erarbeitung der Leitlinie haben wir auch verschiedene Themen identifiziert, zu denen noch dringender Forschungsbedarf besteht. Wir haben fünf Forschungsfragen priorisiert und in die Leitlinie aufgenommen,“ sagt Borchmann. Teilweise können solche Forschungsfragen mithilfe bereits vorliegender Registerdaten aus der Versorgung beantwortet werden. Gibt es keine passenden Daten, können prospektive Studien angemeldet werden, wobei entsprechende Daten von Patienten dann noch erhoben werden müssen. „Ziel ist es, auch zu diesen Themen zukünftig mit mehr Evidenz Empfehlungen aussprechen zu können.“
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