Die deutschen Labore trotzen weiterhin der Krise21. April 2020 Foto: © alotofpeople – Adobe Stock In der heutigen Pressekonferenz präsentierte der 1. Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) e.V. Dr. med. Michael Müller die neusten Zahlen rund um die SARS-CoV-2-Diagnostik. Präsentiert wurden die gesammelten Daten von 81 Laboren, die ALM e.V. Mitglieder sind, sowie von zusätzlich 30 ambulanten und stationären weiteren Laboren für die Kalenderwoche 16 und Aussichten für die 17. Kalenderwoche. Auch in der 16. Kalenderwoche waren die deutschen Labore wieder dazu in der Lage ihre Testkapazitäten auszubauen. Mit weiteren 260.024 Test stieg die Zahl bisher durchgeführter SARS-CoV-2-PCR-Tests auf fast 1,64 Millionen. Die Anzahl angeforderter Tests war im Vergleich zur Vorwoche leicht rückläufig, genauso wie die Positivrate, die jetzt bei 6,8 Prozent lag. Im Vergleich dazu lag die Positivrate in der Vorwoche bei 8,2 Prozent und summiert sich insgesamt über alle Tests auf 7,7 Prozent. Trotz alledem ist es den Laboren gelungen ihre Testkapazitäten weiter zu steigern und dieser Ausbau wird laut Müller auch weiterhin verfolgt, wie er betonte, denn man will auch für zukünftige Testaufkommen gerüstet sein. Eine weitere Steigerung der Testkapazitäten für die 17. Kalenderwoche wurde heute auf nahezu 7 Prozent zur aktuellen Woche prognostiziert, so dass die Testkapazität weiter, von aktuell 599.687 auf über 640.000, gesteigert wird. Auch auf die Antikörpertests ging Müller ein, deren Anzahl ebenfalls zur Vorwoche gesteigert werden konnte, aber deren Ergebnisse noch keine Aussage über die Immunität zulassen. Mehrere In-Vitro-Diagnostika(IVD)-Hersteller führen aber aktuell ihre Tests ein und es finden Validierungen und Verifizierungen in den Laboren statt. Vorstandsmitglied Prof. Dr. Jan Kramer schätzte den Abschluss der Validierungsphase auf Ende Mai. Kramer sieht zudem einen Anwendungsbereich der Antikörpertests in der Feststellung von SARS-CoV-2-Antikörpertitern, um geeignete Spender zur Behandlung von schwer an COVID-19 erkrankten Patienten mit einer passiven Immunisierung zu identifizieren. Eine qualitative Auswertung der zurzeit durchgeführten Labordiagnostik konnte zudem aufdecken, wie stark der Rückgang angeforderter Diagnostik im Detail ist. So konnte beispielsweise ein Rückgang von bis zu 60 Prozent beim HbA1c und bis zu 80 Prozent bei Urinkulturen vermeldet werden. Auch die Zahl immunologischer Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT), der zur Früherkennung von Darmkrebs dient, war stark reduziert. Aufgrund der starken Rückgänge bei der regulären Diagnostik, die nicht durch die SARS-CoV-2-Tests ausgeglichen werden können, welche zudem mit gesteigerten Kosten beispielsweise bei der Arbeitssicherheit und Ausweitung der Arbeitsstunden verbunden sind, wünscht sich der ALM e.V. weiterhin eine wirtschaftliche Absicherung für die Labore. Aufatmen gibt es bei dem Thema der Versorgung mit Testreagenzien zur SARS-CoV-2-Testung. Laut Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM e.V., sind die befürchteten Engpässe nicht eingetreten und die Lager vorsorglich weiter gefüllt worden. Zu den verminderten Testungen in Asien kommen gesteigerte Produktionsmengen der Hersteller, so dass laut Kotsopoulos auch zukünftig keine Engpässe absehbar sind. (Dr. Sonja Hensel)
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