Die NAKO Gesundheitsstudie21. September 2018 Foto: © Alexander Raths, Fotolia.com Viele Fragen ranken sich um die Bedeutung der Ernährung für Volkskrankheiten wie Herz-Erkrankungen, Schlaganfall, Krebs und Alzheimer. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass der Verlauf von Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Änderung von Lebensstilfaktoren wesentlich beeinflusst werden kann bzw. diese Erkrankungen vielleicht sogar vermieden werden können. Dabei spielt die Ernährung eine große Rolle. Weniger erforscht ist hingegen die Bedeutung des Ernährungsverhaltens bei der Entstehung von Krebs und Alzheimer. Typ II-Diabetes und Übergewicht können sich durch Ernährungsumstellung und körperliche Bewegung verbessern. Ähnliches trifft für Erkrankungen des Herzens und den Schlaganfall zu. Dabei bildet die Bedeutung von Fetten, Zucker und ausgemahlenen Weißmehlen sowie verschiedenen Proteintypen weiterhin einen besonderen Diskussionspunkt . “In diesem Zusammenhang kann die NAKO Gesundheitsstudie Wichtiges leisten, da von allen Teilnehmern ein ausführliches Ernährungsprotokoll erfragt wird”, so Professor Dr. Klaus Berger, Vorstandsvorsitzender der NAKO Gesundheitsstudie “Die NAKO ist eine einzigartige Studie, die mit den vielen Untersuchungen und Befragungen in eine Tiefe geht, die international einzigartig ist.” Professor Dr. Karin Michels, Principal Investigator des NAKO Studienzentrums Freiburg, verspricht sich vor allem neue Einsichten über die Bedeutung der Ernährung bei Krebs und bei bislang weniger untersuchten Erkrankungen wie Alzheimer und Morbus Parkinson. “Selbst beim Schlaganfall ist die Rolle der Ernährung weniger klar als beim Herzinfarkt”, betont Professor Michels, deren besonderes Anliegen der Einfluss von Ernährung auf chronische Erkrankungen ist. “Möglicherweise gibt es ein beträchtliches Präventionspotenzial, das noch besser ausgeschöpft werden kann. Hier wird die NAKO mit Sicherheit einen wesentlichen Beitrag leisten, der auch internationale Beachtung finden wird.” Die Ernährungsdaten von 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten erschließen, den Einfluss der Ernährung genauer untersuchen zu können: Insbesondere im Hinblick auf spezielle Untergruppen von Fett-Typen, Kohlehydraten und bestimmten Ernährungsformen wie vegetarische oder vegane Ernährung, die Bedeutung von Fischkonsum, den Einfluss von Gluten auf die Gesundheit und andere, derzeit mit Aufmerksamkeit verfolgte Einflüsse. Seit 2014 werden in der NAKO Gesundheitsstudie zufällig aus den Melderegistern gezogene Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser Krankheiten zu verbessern. Das multizentrische Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.
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