Die Neurobiologie depressiver Erkrankungen verstehen10. März 2022 Prof. Nils Opel erforscht am Universitätsklinikum Jena die Neurobiologie depressiver Erkrankungen. (Foto: Michael Szabó/UKJ) Nils Opel ist am Universitätsklinikum Jena zum Professor für Translationale Psychiatrie berufen worden. Er erforscht die Grundlagen stressassoziierter psychischer Störungen mit dem Ziel, deren Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. „Im Vergleich zu anderen medizinischen Disziplinen wissen wir in der Psychiatrie noch viel zu wenig darüber, ob, wie und warum unsere Therapien wirken“, sagt Prof. Nils Opel. Der 33-jährige Psychiater und Psychotherapeut hat seit Februar die neu eingerichtete Professur für Translationale Psychiatrie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne. Opel ist wissenschaftlicher Experte für das Wechselspiel von Depressionen mit körperlichen Veränderungen wie Übergewicht oder Entzündungen und für die individualisierte Behandlung von therapieresistenten Depressionen. Als leitender Oberarzt baut er an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie einen neuen Forschungsbereich zur Untersuchung von neurobiologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen auf, die mit starken Stimmungsveränderungen verbunden sind. „Wir wollen die Ausbildung solcher affektiven Störungen, zu denen Depressionen und Manien zählen, anhand von MRT-Bildgebungstechniken der Hirnstruktur und -funktion, von klinischen und auch molekularbiologischen Daten analysieren. Dabei suchen wir nach Parametern, die die Erstellung eines individuellen Risikoprofils für die Erkrankung erlauben.“ An diesem kann perspektivisch dann die Behandlung ausgerichtet werden, für die sehr verschiedene Methoden, wie Neurostimulationsverfahren, medikamentöse Behandlung und psychotherapeutische Interventionen zur Verfügung stehen. Die Erfassung und Verfolgung geeigneter neurobiologischer Marker zu Beginn der Behandlung könnte laut Opel auch eine Vorhersage ermöglichen, ob die angewandte Therapieform für einen bestimmten Patienten eine Verbesserung bringen kann oder auf welche andere Therapie gewechselt werden sollte. Für seine Forschung nutzt Opel auch klinische Routinedaten und über spezielle mobile Apps erhobene Daten, die mit Algorithmen des maschinellen Lernens ausgewertet werden können. „Wir freuen uns, dass wir mit Nils Opel einen ebenso forschungsstarken wie klinisch renommierten Arzt und Neurowissenschaftler für Jena gewinnen konnten. Er wird bei Aufbau und Profilierung unseres Zentrums eine wichtige Unterstützung sein“, betont Prof. Martin Walter, Sprecher des „Center for Intervention and Research on adaptive and maladaptive brain Circuits underlying mental health – CIRC“ und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Jenaer Uniklinikum. Großen Wert legt Opel darauf, dass seine Forschungsergebnisse für verbesserte präventive, diagnostische und therapeutische Maßnahmen nutzbar sind. „Unser Ziel ist es, besser abschätzen zu können, wie erfolgreich eine einzelne Maßnahme zur Linderung der Symptome für konkreten Patienten sein wird. Auf diese Weise wollen wir zu einer individualisierten Behandlung in der Psychiatrie beitragen.“
Mehr erfahren zu: "Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose" Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose Moderne Therapien können Schübe bei Multipler Sklerose (MS) heute wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe fortschreiten. Ein neuer blutbasierter Biomarker könnte helfen, diesen Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg […]
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden" Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden Eine Studie mit mehr als 2.000 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen ergab, dass Depressionen mit strukturellen Unterschieden in einem bestimmten Bereich des Hippocampus einhergingen – unabhängig von wesentlichen Risikofaktoren für die […]