Die Rolle von Mikrotubuli bei Krankheiten verstehen5. Juni 2019 Schematische, dreidimensionale Darstellung eines Mikrotubulus. (Foto: ©Kateryna_Kon – stock.adobe.com) Mikrotubuli sind dynamische Proteinkomplexe, die am Cytoskelett eukaryotischer Zellen beteiligt und für viele lebenswichtige Prozesse innerhalb der Zelle notwendig sind. Neurodegenerative Krankheiten und Nebenwirkungen der Krebs-Chemotherapie wirken sich gemeinsam auf diese Mikrotubuli aus. Im Rahmen eines sogenannten interdisziplinären EU-Doktorandenprogramms werden diese Auswirkungen nun näher erforscht, um Grundlagen für neue Therapien zu entwickeln. An dem nun von der Europäischen Union mit insgesamt 3,4 Millionen Euro geförderten “Innovative Training Network (ITN)” sind neben der Universität Osnabrück Hochschulen in Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz sowie Partnerorganisationen aus weiteren Ländern beteiligt. Ein wichtiger Partner, speziell für die Osnabrücker Forscher, ist die Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI). Das übergeordnete Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es, neue Moleküle zu entwickeln, die in der Lage sind, die Dynamik der Mikrotubuli zu verändern, um auf diese Weise Nebenwirkungen der Chemotherapie zu reduzieren und Nervenzellen zu stabilisieren. An jeder der Einrichtungen des ITNs werden die Doktorandinnen und Doktoranden eine Zeitlang forschen und an ihren speziellen Studien arbeiten. Die Universität Osnabrück ist mit zwei Doktoranden in diesem Verbund vertreten, die sich mit der Frage befassen, wie neuartige Mikrotubuli-modulierende Substanzen auf Nervenzellen wirken und ob sie neurodegenerativen Veränderungen, wie sie zum Beispiel bei der Alzheimer-Krankheit auftreten, gezielt entgegenwirken können. Die wissenschaftliche Betreuung liegt bei Prof. Roland Brandt. „Es ist ein großer Erfolg für uns, dass der Antrag erfolgreich war und wir freuen uns auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Chemikern, Pharmazeuten und Biologen an europäischen Universitäten und Partnerorganisationen”, sagte Brandt, dessen Arbeitsgruppe schon viele Jahre die molekularen und zellulären Vorgänge erforscht, die dem Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen zugrunde liegen.
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