Digitale Angebote sollen die Männergesundheit fördern

Können Roboter die Männergesundheit verbessern? Foto: Alexander Limbach – stock.adobe.com

Die Digitalisierung könnte nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) eine Chance zur Stärkung der Männergesundheit darstellen. Mithilfe digitaler Angebote könnten herkömmliche Aufklärungswege ergänzt und auch ganz konkrete Probleme behandelt werden.

Es reiche offensichtlich nicht aus, Männern immer wieder die Vorteile der Gesundheitsvorsorge in Artikeln und Büchern zu erklären, stellt die DGMG, die in dieser Hinsicht sehr aktiv ist, in einer aktuellen Mitteilung ernüchtert fest. Die Digitalisierung könne hier zukünftig neue Zugangswege eröffnen. Den Grund dafür macht die Gesellschaft in den spezifischen Interessenlagen “des Mannes” aus: Dies seien Auto, Sport, Sexualität und Technik. Der DGMG zufolge besitzen etwa 87% der Männer in Deutschland ein aktuelles Smartphone, bei den Frauen seien es lediglich 79 %. Zudem verfügen 86% der Männer über einen eigenen PC oder Laptop, bei den Frauen sind es 72%.

Apps zur Gesundheitskontrolle sollen laut Zahlen der DGMG tatsächlich zu einer Verhaltensänderung führen können: So hätten 42% der Männer angegeben, dass sie sich aufgrund der Empfehlungen ihrer App gesünder ernährten, fast jeder vierte würde weniger essen als zuvor. Gerade mit Blick auf Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei das ein erster Erfolg, Männer mehr für das Thema Gesundheit zu interessieren und sie zu aktivieren.

Neben Apps zur Gesundheitskontrolle gibt es aber auch bereits weiterreichende Systeme, die dem Mann z. B. bei sexuellen Störungen – wie etwa Erektionsstörungen – helfen sollen. Hierbei mache sich die Industrie die laut DGMG-Mitteilung “dem Mann ureigene Neugier auf neue Entwicklungen” zunutze. Als Beispiel führt die Gesellschaft einen “Sex-Roboter” an, der auf der Männergesundheitskonferenz 2020 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vorgestellt worden sei. Wie der Roboter die Männergesundheit fördern soll, darauf gehen die Gesundheitsaufklärer nicht näher ein.

„Es wird sich zeigen müssen, inwieweit Apps und Robotik das Gesundheitsbewusstsein der Männer auf spielerisch-informative Weise auch nachhaltig ansprechen können”, meint Prof. Frank Sommer, Urologe und DGMG-Präsident. “In jedem Fall” sei es positiv zu bewerten, dass hier “auch innovative, brandaktuelle Wege” genutzt würden. Männergesundheit bleibe ein “zukunftsträchtiges Thema, dessen wir uns gemeinsam gern annehmen“.

Broschüre stellt Patientenfälle von Testosteron-Therapie vor

Ganz klassisch klärt die DGMG mit einer weiteren Informationsbroschüre zu ihrem Lieblings-Thema Testosteronersatztherapie auf. Die Broschüre „Herausforderungen der Männergesundheit – Individuelle Testosteron-Therapie in der Praxis“ soll zeigen, dass es sich hier nicht um eine Lifestyle-Behandlung handelt, sondern dass die Therapie tatsächlich zu einer Verbesserung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität verhelfen könne.

Ob der Testosteronmangel Ursache oder Folge der Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Leistungsabfall und Burn-Out, Erektionsstörungen und Libidoverlust ist, sei oft schwer zu beurteilen. In einigen der Fälle könnten die Beschwerden auf einen symptomatischen Hypogonadismus zurückzuführen sein, hier könne eine Substitutionstherapie helfen. „Wie wichtig vorher die Erfassung der Symptomatik durch eine ausführliche Anamnese, eine umfassende Labordiagnostik sowie die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten ist, möchten wir mit Fallbeispielen in unserer neuen Broschüre zeigen“, sagt Sommer. „Dabei handelt es sich um sehr individuelle Patientengeschichten – mal einfacher in Diagnose und Therapie, mal eine Herausforderung für die Praxis.“

Dazu kommt, dass neben der Behandlung immer auch weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden sollten, etwa die Motivation zu körperlicher Aktivität. „Auch dabei spielen die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten oder Komorbiditäten des Patienten eine Rolle“, ergänzt PD Dr. Tobias Jäger, Urologe und Vorstandsmitglied der DGMG. „Wir hoffen daher, mit den Kasuistiken einen Überblick zu geben, wie vielfältig die Fälle in der Praxis sein können.“ Die Broschüre kann kostenfrei bei der Geschäftsstelle der DGMG bestellt werden.

(ms)

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Quellen DGMGDGMG-Pressemitteilung "Testosteron-Therapie – Individuelle Fälle aus der Praxis", 19.10.2021DGMG-Pressemitteilung »Des Mannes liebstes Spielzeug«, 01.11.2021