Immunantwort nach Organtransplantationen: Forschungskooperation will extrakorporale Photopherese weiterentwickeln16. Januar 2026 Abbildung: © Orawan/stock.adobe.com Die Medizinische Universität Wien (Österreich) und das Unternehmen Therakos haben eine langfristige Forschungspartnerschaft zur Weiterentwicklung der extrakorporalen Photopherese (ECP) bei der Transplantation solider Organe gestartet. Über einen Zeitraum von sieben Jahren stehen dafür Fördermittel in Höhe von insgesamt 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Bei der extrakorporalen Photopherese werden bestimmte Immunzellen außerhalb des Körpers behandelt und anschließend wieder dem Blutkreislauf zugeführt, wodurch regulatorische immunologische Prozesse angestoßen werden. Trotz dieses innovativen Ansatzes gilt die langfristige Kontrolle der Immunantwort auf Spenderorgane in der Transplantationsmedizin weiterhin als zentrale Herausforderung. Dabei stehen chronische Abstoßungsreaktionen und therapiebedingte Nebenwirkungen konventioneller Immunsuppression im Mittelpunkt. Erforschung der immunologischen Wirkmechanismen der ECP Die nun gestartete Forschungskooperation setzt an diesem Punkt an. Im Rahmen des Projektes sollen die immunologischen Wirkmechanismen der ECP im Kontext solider Organtransplantationen vertieft erforscht und ihre Anwendungsmöglichkeiten weiter präzisiert werden. Ziel ist es, die wissenschaftliche Grundlage für einen gezielten Einsatz dieses immunmodulatorischen Ansatzes zu stärken. „Die Transplantation solider Organe wie Niere, Leber, Herz oder Lunge erfordert eine lebenslange Balance zwischen ausreichender Immunsuppression und dem Erhalt der allgemeinen Immunfunktion“, erklärt PD Dr. Alberto Benazzo, chirurgischer Leiter des Lungentransplantationsprogramms der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie, der das Projekt von Seiten der Medizinischen Universität Wien leitet. „Die extrakorporale Photopherese stellt hier ein vielversprechendes Verfahren dar, das wir gemeinsam mit unserem Unternehmenspartner weiterentwickeln wollen.“ Unterstützung erhält Benazzo von seinen Kollegen PD Dr. Peter Jaksch (Universitätsklinik für Thoraxchirurgie) und Prof. Thomas Wekerle (Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie). Gefördert wird die Forschung von Therakos, einem international tätigen Medizintechnik-Unternehmen, das auf die Entwicklung und Bereitstellung von Technologien für die extrakorporale Photopherese spezialisiert ist. „Die Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien, einem führenden Zentrum auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin, erlaubt es uns, neue Erkenntnisse für den Einsatz der extrakorporalen Photopherese bei der Transplantation solider Organe zu gewinnen“, betont Therakos-CEO Sandra Thompson. „Diese langfristige Zusammenarbeit mit Therakos schafft verlässliche Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung therapeutischer Möglichkeiten zum direkten Nutzen für die Patient:innen. Sie stärkt die Forschung der MedUni Wien im Bereich der Transplantationsmedizin und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Menschen nach einer Organtransplantation“, fasst Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien, die Relevanz des Projektes zusammen.
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