DIVI bekräftigt: Die Impfpflicht für Erwachsene ist sinnvoll26. Januar 2022 Foto: ©HNFOTO – stock.adobe.com Mit Blick auf die heutige Orientierungsdebatte im Bundestag zur allgemeinen Impfpflicht, spricht sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) erneut für eine Impfpflicht für Erwachsene aus. Bereits vor zwei Monaten sprach sich die DIVI eindeutig für eine allgemeine Impfpflicht aus. Die heutige Orientierungsdebatte im Bundestag nimmt das DIVI-Präsidium nun zum Anlass, seiner Meinung Nachdruck zu verleihen: Die Impfpflicht für Erwachsene sei ein zentraler Baustein zur Pandemiebekämpfung, so das Präsidium, um die Pandemie auch langfristig hinter sich zu lassen. Die Intensiv- und Notfallmediziner sprechen sich damit für eine Impfpflicht aller Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahre aus. „Es gilt, unsere Patienten wie auch unser Gesundheitssystem zu schützen und Menschenleben zu retten“, fasst DIVI-Präsident Prof. Gernot Marx die Überlegungen der Intensiv- und Notfallmediziner zusammen. „Wir hatten eine höhere Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhofft und erwartet“, so Marx. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens sei nur durch die Impfpflicht sicher zu stellen, die epidemische Lage nationaler Tragweite auch langfristig zu bewältigen. „Die Mitarbeiter aller Bereiche der Kliniken – besonders die auf den Intensivstationen und in der Notfallmedizin tätigen – brauchen eine Perspektive! Wir können nicht in jeder Wintersaison wieder eine neue Welle zahlreicher schwerer COVID19-Verläufe riskieren.“ Keine Impfpflicht nur für selektive Berufsgruppen Die Impfpflicht für selektive Berufsgruppen auszusprechen – wie kürzlich für die Gesundheitsberufe beschlossen – halten die Intensivmediziner allein weder für ausreichend noch moralisch zu rechtfertigen. Die DIVI spricht sich klar gegen dieses Vorgehen aus. „Die einrichtungsbezogene Impfpflicht für medizinisches Personal in den Kliniken und für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen durchzusetzen, reicht nicht aus, um das Pandemiegeschehen in den Griff zu bekommen“, konstatiert Präsident elect, Prof. Felix Walcher. „Wir erwarten eine Solidarität der gesamten Gesellschaft, um das Gesundheitssystem aufrecht erhalten zu können.“ Es gehe nicht nur um die Versorgung von Patienten mit einer Coronainfektion, sondern um eine Vielzahl von Patienten mit anderen schweren Erkrankungen und Verletzungen, die auch einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen. Effekte einer Impfpflicht seien selbst bei sofortiger Umsetzung frühestens im Herbst zu erwarten. Aber durch die Einführung einer Impfpflicht für Erwachsene können nach Ansicht der DIVI weitere Ausbruchswellen wirksam verhindert und damit der Weg zur Pandemiebewältigung geebnet werden.
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