DKFZ untersucht Einfluss häufiger Blutspenden13. November 2025 © Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende aus Heidelberg identifizierten bei Vielspendern DNMT3A-Varianten mit Erythropoietin-abhängigem Wachstumspotenzial. Ein genereller Anstieg klonaler Hämatopoese wurde jedoch nicht beobachtet. Welche Auswirkungen haben häufige Blutspenden auf die Gesundheit des Spenders? Dieser Frage ist ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) nachgegangen. Die Forschenden um Erstautorin Dr. Darja Karpova untersuchten 217 ältere Männer mit einer umfangreichen Blutspendehistorie (mehr als 100 Spenden im Laufe des Lebens) und verglichen sie mit 212 sporadischen Spendern (weniger als 10 Spenden im Laufe des Lebens). Das Hauptaugenmerk richteten sie dabei auf das Phänomen der klonalen Hämatopoese (CH). Veröffentlicht wurde die Studie in „Blood“. Zwar wurde kein signifikanter Unterschied in der Gesamtinzidenz von CH bei häufigen Spendern (FDs) im Vergleich zu sporadischen Spendern festgestellt, doch eine genauere Analyse der Mutationen im DNMT3A-Gen, das am häufigsten bei CH betroffen ist, ergab unterschiedliche Mutationsmuster zwischen den beiden Kohorten. Die Forschenden untersuchten die bei FD angereicherten DNMT3A-Varianten in menschlichen hämatopoetischen Stammzellen (HSCs), die mittels der CRISPR-Technologie genverändert wurden. Die funktionelle Analyse zeigte, dass diese Varianten ein kompetitives Auswuchspotenzial nach der Stimulation mit Erythropoietin (EPO) aufwiesen, einem Hormon, das bekanntlich als Reaktion auf einen Blutverlust ansteigt. Im Gegensatz dazu vermehrten sich Klone mit leukämogenen DNMT3A R882-Mutationen nach der Stimulation mit IFNg. Die gleichzeitige mutations- und immunphänotypische Charakterisierung von Primärproben auf Einzelzellebene ergab eine Tendenz zur myeloiden Differenzierung der prämalignen R882-mutierten HSCs. HSCs mit EPO-responsiven DNMT3A-Varianten hingegen zeigten keinen signifikanten Lineage-Bias, dafür jedoch eine bevorzugte erythroide Differenzierung, wenn CRISPR-editierte menschliche HSCs in einem Xenotransplantat-Modell anhaltendem erythropoetischen Stress ausgesetzt wurden. EPO scheint demnach ein Umweltfaktor zu sein, der die Vermehrung von HSCs mit bestimmten DNMT3A-Mutationen begünstigt. Insgesamt deuten die Daten der Studie darauf hin, dass somatische Stammzellen einer nuancierten, fortlaufenden darwinistischen Evolution unterliegen, die zukünftig in größeren Kohorten und mit sensitiveren Sequenzierungs-Methoden tiefgreifender untersucht werden sollte. (mkl)
Mehr erfahren zu: "Augenreaktionen als Schlüssel: Wie VR-Therapie bei chronischen Schmerzen individueller werden könnte" Augenreaktionen als Schlüssel: Wie VR-Therapie bei chronischen Schmerzen individueller werden könnte Virtuelle Realität (VR) wird seit einigen Jahren als Behandlungsoption für Patienten mit chronischen Schmerzen erforscht. Britische Wissenschaftler arbeiten an einem Ansatz, mit dem VR-Sessions in Echtzeit individuell angepasst und somit […]
Mehr erfahren zu: "Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes" Grippeimpfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Neugeborenes Nur 23 Prozent der Schwangeren waren in der Saison 2024/2025 gegen Grippe geimpft. Dabei schützt die Grippeimpfung nicht nur die werdende Mutter vor schweren Krankheitsverläufen, sondern kann auch dem Neugeborenen […]
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]