Dosisdichte adjuvante Chemotherapie bei ER+ Mammakarzinom: Langzeitdaten bestätigen Verbesserung des Überlebens3. Juni 2025 Foto: © Sebastian-Kaulitzki/stock.adobe.com Eine dosisdichte adjuvante Chemotherapie verbessert bei Patientinnen mit ER+ Mammakarzinom nicht nur das krankheitsfreie Überleben (DFS), sondern auch das Gesamtüberleben (OS). Das bestätigen die 12-Jahres-Ergebnisse der C9741-Studie, die jetzt im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurden. Neue Analysen legten nahe, dass einige Patientinnen mit nodal-positivem ER+ Mammakarzinom möglicherweise weniger stark von einer Chemotherapie profitieren. Dr. Otto Metzger Filho von der Harvard Medical School, Boston, USA, und seine Kollegen haben dies anhand der Langzeitergebnisse der C9741-Studie untersucht – sowohl insgesamt als auch in Abhängigkeit vom Sensitivity-to-Endocrine-Therapy-(SET2,3)-Index, einem Biomarker für die endokrine Transkriptionsaktivität. Ziel war es, jene Patientinnen zu identifizieren, die am ehesten von einer dosisdichten Chemotherapie profitieren. Insgesamt wurden 1973 Patientinnen randomisiert entweder einer dosisdichten oder einer konventionellen Chemotherapie zugewiesen. Der SET2,3-Test konnte an 682 eingelagerten RNA-Proben aus ER+Tumoren durchgeführt werden. Die dosisdichte Chemotherapie senkte das Risiko für ein Krankheitsrezidiv in der Gesamtpopulation um 23 Prozent (HR 0,77; 95 %-KI 0,66–0,90) und das Sterberisiko um 20 Prozent (HR 0,80; 95 %-KI 0,67–0,95). Der Überlebensvorteil zeigte sich sowohl bei Patientinnen mit ER+ als auch mit ER−Tumoren – ohne statistisch signifikante Interaktion zwischen Behandlungsarm und ER-Status. Ein niedriger SET2,3-Status war stark prognostisch und prädiktiv für einen Vorteil durch dosisdichte Chemotherapie (Interaktion: p=0,0998 für DFS; p=0,027 für OS) – unabhängig vom Menopausestatus. Das bedeutet: Eine geringe endokrine Transkriptionsaktivität des Tumors sagte ein besseres Ansprechen auf die dosisdichte Chemotherapie voraus. Im Gegensatz dazu konnten Tumorlast, proliferationsgetriebene molekulare Subtypen und Menopausestatus den Nutzen der dosisdichten Therapie nicht vorhersagen. Nach zwölf Jahren belegt die C9741-Studie somit den langfristigen Nutzen der adjuvanten dosisdichten Chemotherapie bei nodalpositivem Mammakarzinom. Der SET2,3-Test identifizierte dabei eine Subgruppe von Patientinnen mit ER+Tumoren, die besonders profitierten – und zwar unabhängig von anderen bekannten Prognosefaktoren. (nec)
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