Drei nichtmotorische Symptome können auf baldigen Parkinson hindeuten13. August 2025 © StockPhotoPro – stock.adobe.com (Symbolbild) Treten erste motorische Symptome auf, ist die Parkinson-Krankheit (PD) schon weit fortgeschritten. Für klinische oder Präventionsstudien ist es aber wichtig, Betroffene in der Prodromalphase der Erkrankung zu identifizieren. Hierbei könnte ein Screening auf 3 nichtmotorische Symptome helfen, wie US-amerikanische Mediziner in den „Annals of Neurology“ berichten. Um herauszufinden, wie gut sich Personen in der Prodromalphase der PD durch Kombinationen von Anzeichen und Symptomen identifizieren lassen, schlossen Mario H. Flores-Torres von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, USA, und Kollegen >6000 Männer in ihre Studie ein, die sie wiederholt auf wichtige prodromale Merkmale untersuchten und prospektiv auf die Entwicklung einer PD hin beobachteten. Als Messgrößen für prodromale PD definierten die Forschenden das gleichzeitige Auftreten von Verstopfung, einer wahrscheinlichen REM-Schlaf-Verhaltensstörung (pRBD) und Hyposmie sowie die Wahrscheinlichkeit einer prodromalen PD gemäß den Kriterien der Movement Disorders Society (MDS). Weitere Zielparameter der Studien waren der Verlauf und die Heterogenität der prodromalen PD-Phase. Von 6108 rekrutierten Studienteilnehmern wurde bei 103 während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 3,4 Jahren eine PD neu diagnostiziert. Männer mit Verstopfung, pRBD und Hyposmie hatten ein 23-fach höheres Risiko, in den folgenden 3 Jahren eine PD-Diagnose zu erhalten, als Männer ohne diese Merkmale (RR 23,35; 95%-KI 10,62–51,33). Nach MDS-Kriterien war das Risiko für eine Parkinson-Diagnose bei Männern mit einer Wahrscheinlichkeit für eine prodromale Parkinson-Erkrankung von ≥0,8 fast 22-mal höher als bei Männern mit einer Wahrscheinlichkeit von <0,2 (RR 21,96; 95%-KI 11,17–43,17). Damit erreichten das gleichzeitige Auftreten der 3 nichtmotorischen Merkmale als auch eine MDS-basierte Wahrscheinlichkeit ≥0,8 vergleichbare prädiktive Werte, beide Parameter waren zudem stärkere Prädiktoren für PD als jedes der Merkmale für sich genommen. Wie die Autoren weiter berichten, konnten sie anhand der erhobenen Daten 2 prodromale PD-Subtypen identifizieren, die sich durch RBD und visuelle Beeinträchtigungen der Farbwahrnehmung unterscheiden ließen. „Unsere Studie zeigt, dass Kombinationen von Schlüsselzeichen und -symptomen eine starke Vorhersagekraft für eine zukünftige klinisch manifeste PD haben. Diese Messgrößen könnten in Screening-Strategien integriert werden, um Personen zu identifizieren, die für die Teilnahme an PD-Präventionsstudien infrage kommen“, sind die Autoren überzeugt. Fazit Das gleichzeitige Auftreten von Verstopfung, einer wahrscheinlichen REM-Schlaf-Verhaltensstörung und Hyposmie sind ein starker Prädiktor für das Auftreten einer PD innerhalb von 3 Jahren. (ej) Autoren: Flores-Torres MH et al. Korrespondenz: Mario H. Flores-Torres; [email protected] Studie: Identifying Individuals in the Prodromal Phase of Parkinson’s Disease: A Prospective Cohort Study Quelle: Ann Neurol 2025;97:720–729. Web: https://doi.org/10.1002/ana.27166
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]
Mehr erfahren zu: "Infektionen: Wie der Körper Krankheitserreger bereits beim Einatmen erkennt" Infektionen: Wie der Körper Krankheitserreger bereits beim Einatmen erkennt Gelangen Pathogene in den Körper, springt eine Maschinerie aus Botenstoffen an, die die körpereigene Immunantwort anregt. Aber woher weiß der Körper, dass es sich um einen schädlichen Eindringling handelt und […]
Mehr erfahren zu: "Hämoglobin: Unterstützung der Lunge im Kampf gegen Grippeviren?" Hämoglobin: Unterstützung der Lunge im Kampf gegen Grippeviren? Hämoglobin kann wahrscheinlich mehr, als nur Sauerstoff durch den Körper zu transportieren: Es könnte auch Immunzellen in der Lunge helfen, Influenzaviren abzuwehren.