Dresdener Kinderonkologie erhält JACIE-Zertifizierung24. März 2026 JACIE-Zertifizierung für die Kinderonkologie am Universitätsklinikum Dresden. (Quelle: © UKDD/Alexander Hesse) Das Kinderonkologische Zentrum am Universitätsklinikum Dresden erhält die Akkreditierung nach JACIE für die Stammzelltransplantation bei Kindern. Damit wird die Einhaltung strenger internationaler Qualitätsstandards bei Stammzelltransplantationen sowie bei modernen zelltherapeutischen Verfahren bestätigt. Gemeinsam und im Verbund mit der Medizinischen Klinik I (MK I) hat die Kinderonkologie erfolgreich den JACIE*-Zertifizierungsprozess durchlaufen. Die Prüforganisation bescheinigt damit eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung bei Stammzelltransplantationen sowie bei modernen zelltherapeutischen Verfahren wie der CAR-T-Zelltherapieauf höchstem Niveau. Durch die enge Zusammenarbeit beider Kliniken ist das Universitätsklinikum Dresden eigenen Angaben zufolge nun der erste und bislang einzige JACIE-akkreditierte Standort für die Stammzelltransplantation bei Kindern in Sachsen. Freuen sich über die Akkreditierung (v.l.n.r.): Dr. Désirée Kunadt, Prof. Johannes Schetelig, Catrin Theuser, Prof. Martin Bornhäuser, Dr. Maria Polacik, Prof. Denis Schewe. (Quelle: © UKDD/Alexander Hesse) „Die Akkreditierung und das damit verbundene JACIE-Zertifikat sind eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit im gesamten Team“, betont Prof. Denis Schewe, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums. „Medizinisch und organisatorisch bewegen wir uns damit auf internationalem Spitzenniveau und wollen uns auch in Zukunft daran messen lassen. Gleichzeitig gibt uns das Zertifikat wichtigen Rückenwind für die Weiterentwicklung innovativer Zell- und Gentherapien, die auch in der Kindermedizin große Zukunftsperspektiven bieten.“ Ein weiterer zentraler Aspekt ist die langfristige Betreuung der Patientinnen und Patienten. „Behandlungskontinuität ist für uns nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebter Klinikalltag“, betont Schewe. „Kinder und Jugendliche, die in der Kinderonkologie erfolgreich behandelt wurden, benötigen auch im Erwachsenenalter eine verlässliche Nachsorge. Durch die enge Zusammenarbeit am Universitätsklinikum können wir eine spezialisierte und durchgängige Betreuung während und nach Stammzelltransplantationen gewährleisten.“ Zertifizierung ermöglicht Zugriff auf internationale Stammzelldatenbanken Mit der Akkreditierung eröffnen sich zudem neue Möglichkeiten für den Einsatz modernster Zell- und Gentherapien im Bereich der Kinderonkologie. Dazu gehört auch die Teilnahme an wichtigen europäischen klinischen Studien sowie der Zugriff auf internationale Stammzelldatenbanken. „Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern ist heute wichtiger denn je“, erklärt Prof. Johannes Schetelig, Bereichsleiter Stammzelltransplantation. „Um passende Spenderinnen und Spender zu finden, müssen wir über Ländergrenzen hinweg suchen. Die JACIE-Akkreditierung schafft Voraussetzungen dafür, dass einheitliche Qualitätskriterien für die Herstellung, den Transport und die Verabreichung von Stammzellen gelten. Ein Schwerpunkt der Medizinischen Klinik I liegt seit vielen Jahren auf der Behandlung bösartiger Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems mit zellulären Therapieansätzen. Das von der Mildred-Scheel-Stiftung unterstützte Transplantationszentrum arbeitet dabei eng interdisziplinär zusammen. „Wenn Kinder an Leukämie erkranken, setzen wir gemeinsam alle Prozesse in Bewegung, die zu ihrer Heilung beitragen können“, erklärt Prof. Martin Bornhäuser, Direktor der Medizinischen Klinik I. „Die gemeinsame JACIE-Akkreditierung ist ein wichtiger Meilenstein dieser Zusammenarbeit. Gleichzeitig profitieren wir in unserer Arbeit sehr vom Austausch mit den Kinderärztinnen und Kinderärzten – ein entscheidender Faktor, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln und die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu verbessern.“ *JACIE (Joint Accreditation Comittee ISCT EBMT) ist eine nicht kommerzielle europäische Organisation mit Hauptsitz in Barcelona. JACIE wurde 1998 durch die International Society for Cellular Therapy (ISCT) und die European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) gegründet. Ziel ist die Etablierung und Überwachung von Qualitätsstandards für die Stammzelltransplantation in Europa.
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