Dresdner Lipidnetz als „Lipidologisches Kompetenzzentrum und Netzwerk DGFF“ zertifiziert24. Mai 2024 Symbolbild: ©Uniklinikum Dresden Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. hat das Dresdner Lipidnetz als „Lipidologisches Kompetenzzentrum und Netzwerk DGFF“ zertifiziert. Das Netzwerk organisiert unter Federführung der Stoffwechselambulanz am Universitätsklinikum Carls Gustav Carus Dresden 94 Partnerinnen und Partner sowie Institutionen aus den Bereichen Krankenversorgung, Reha, stationäre Versorgung sowie Forschung, die auf dem Gebiet der Lipide tätig sind. „Die Zertifizierung belegt die besondere diagnostische und therapeutische Qualifikation der geprüften Kliniken, Ambulanzen, Versorgungszentren und Praxen“ schreibt das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden anlässlich dieser Neuigkeit. Ein „Lipidologisches Kompetenzzentrum und Netzwerk DGFF“ dokumentiert die koordinierte Zusammenarbeit vieler verschiedener Fachdisziplinen. „Das Beispiel zeigt erneut, welche Chancen sich aus der Vernetzung von Akteuren der Patientenversorgung in der Fläche ergeben. Das sind Chancen, die vor allem den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Wir werten damit lipidologische Beratungsleistungen auf, um letztlich eine langfristige Sicherung der Kostenerstattung der für Betroffene und Kostenträger wertvollen lipidologischen Arbeit zu erreichen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden. 80 Prozent aller genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen sind nicht diagnostiziert. Häufig erfahren Betroffene erst eine Diagnose und oder Therapie mit dem ersten Herzinfarkt – oft in jungen Jahren. Zu diesen Störungen zählt die familiäre Hypercholesterinämie, die einen von 250 Menschen betrifft. Ein weiteres Krankheitsbild ist ein zu hoher Lipoprotein a (LP(a))-Wert. Das Netzwerk befasst sich zudem mit erhöhten Triglyceriden im Körper, welche stark vom Lebensstil abhängen, aber auch sekundär bei anderen Erkrankungen auftreten können oder genetisch, also angeboren, bedingt sind. Bei den genetischen Formen kann es zu extremen Erhöhungen kommen mit lebensbedrohlichen Bauchspeicheldrüsenentzündungen – diese Patientinnen und Patienten gilt es herauszufischen und Expertinnen sowie Experten zuzuführen, um schwere Komplikationen zu umgehen. Gerade bei seltenen Erkrankungen des Stoffwechsels, bei der Kombination von Therapien oder auch bei der Ursachensuche kommt es auf spezifisches Wissen an. Dieses zu bündeln und auszutauschen ist Ziel der Expertinnen und Experten im Dresdner Lipidnetz. Die Idee: Die Fachkolleginnen und -kollegen in der Region können mit Spezialwissen die Betroffenen beraten, Patientinnen und Patienten mit seltenen, aber gravierenden schweren monogenetischen Formen der Erkrankung werden in der Spezialambulanz der Hochschulmedizin betreut. „Unser gemeinsames Ziel ist hochgesteckt: Wir wollen das kardiovaskuläre Risiko unserer Patientinnen und Patienten mit Fettstoffwechselstörungen und damit die Morbidität und Mortalität in unserer Region senken, indem wir eine leitliniengerechte Versorgung gewährleisten, ein Kraftakt, welcher nur gemeinsam gelingt mit enger Verzahnung von Klinik und Praxis, von verschiedenen Fachärzten und Allgemeinmedizinern“, sagt Dr. Ulrike Schatz, Leiterin der Stoffwechselambulanz am Uniklinikum als Kompetenzzentrum des Netzwerkes und Präsidenten der D-A-CH Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.. Das interdisziplinäre Dresdner Lipidnetz vereint Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen, aus Klinik und Niederlassung, aus Dresden und Umgebung. Es sorgt für gemeinsame Standards, einen effizienten Informationsaustausch sowie Fortbildungsangebote. „Leider warten Patientinnen und Patienten in der Region oft sehr lange auf einen Facharzttermin. Mit unserem Netzwerk wollen wir Kolleginnen und Kollegen in der Fläche mit Fachwissen ausstatten, damit frühzeitig Diagnosen gestellt und Therapien begonnen werden können – bevor zum Beispiel ein stoffwechselbedingter Herzinfarkt eintritt“, sagt Prof. Stefan R. Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III. Ziel des Dresdner Lipidnetzes ist es, einheitlich zu kommunizieren – zum Beispiel, wenn es um Richtwerte für das Cholesterin geht – sowie Kapazitäten auszubauen. Denn oft sind Patientinnen und Patienten verunsichert, was Richtwerte und dazu passende Empfehlungen zur Medikamentation angeht. Weiterhin wollen die Mitglieder gemeinsam Standards für die Anzahl von notwendigen Kontrollterminen entwickeln. So erfahren Hochrisikopatientinnen und -patienten eine angemessene Überwachung, ohne dass Facharztpraxen überlastet sind. Dabei setzt das Netzwerk auf eine breite interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Vernetzung von Kliniken und Praxen. Vertreten sind folgende Fachdisziplinen: Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin/-wissenschaft/-beratung, Neurologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Diabetologie, Pädiatrie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Herz-/Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie, Radiologie/Angiologie, Kardiologie/Angiologie, Nephrologie, Labormedizin, Psychosomatik, Pharmazie, klinische Pharmakologie und die Klinische Genetik. „Nur wenn wir möglichst viele verschiedenen Ärztinnen und Ärzte der Region vernetzen, können wir eine Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität in der Region erreichen. Das ist unser Ziel“, sagt Dr. Ulrike Schatz.
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