Dringend gesucht – wenig erforscht2. Juni 2022 Prof. Tim Hagenacker (Foto: © UDE/Frank Preuß) Dr. Tim Hagenacker ist auf die Professur für Sneltene Neurologische Erkrankungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Diusburg-Essen berufen worde. Dort erforschet er, wie seltene neuromuskuläre Krankheiten entstehen und am besten behandelt werden können. Weltweit gibt es 6000 bis 8000 seltene Erkrankungen, in Deutschland sind davon um die vier Millionen Menschen betroffen. An einer seltenen neurologischen Erkrankung wie Epilepsie, Ataxie oder Spastischen Spinalparalysen leiden bis zu 200.000. „Viele der seltenen neuromuskulären Erkrankungen sind entweder genetisch bedingt oder werden vom Immunsystem verursacht“, erklärt Prof. Tim Hagenacker. Zu den von ihm untersuchten Krankheiten gehören unter anderem die Spinale Muskelatrophie (SMA), Muskeldystrophie (Muskelschwund) und Myasthenia gravis. „Genetisch bedingte Erkrankungen wie SMA werden dabei mit neuartigen Wirkstoffen behandelt, die hier erstmals klinisch angewandt werden, wie Antisense-Oligonukleotide.“ Die medikamentöse Behandlung entwickele sich rasant weiter und sei hoch effektiv. „Wir können das Ablesen der Gene medikamentös beeinflussen oder sogar verlorene Gene teilweise wiederherstellen – sprich: die Erkrankung an ihrer Wurzel packen. Das ist nicht bei allen Erkrankungen möglich. Die Forschung steht zwar noch am Anfang, es ist aber ein wirklicher Durchbruch“, freut sich der 40-Jährige. Tim Hagenacker studierte Medizin (2001-2007) an der UDE und am UK Essen und wurde 2008 Arzt in der Klinik für Neurologie in Essen. Nach ausgezeichneter Promotion (2009) ließ sich der gebürtige Oberhausener 2013 zum Facharzt für Neurologie ausbilden. Seit 2016 ist er zudem Spezieller Schmerztherapeut, Intensivmediziner und leitet die Neuromuskuläre Ambulanz am UK Essen. Seine Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.
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