Pränatale Metallbelastung ist mit autismusassoziierten Merkmalen verknüpft20. August 2026 Die pränatale Belastung mit Schwermetallen begünstigt autismusassoziierte Verhaltensweisen und Diagnosen bei Kindern. (Foto: © syhin_stas – stock.adobe.com) Erhöhte Schwermetall-Konzentrationen im Blut der Mütter während der Schwangerschaft stehen mit autismusähnlichen Merkmalen bei Kindern im Zusammenhang, höhere Cadmiumkonzentrationen erhöhen gar das Risiko für eine Autismus-Diagnose. Dies geht aus einer Studie in „Environmental Epidemiology“ hervor. Blei, Quecksilber und Cadmium sind Metalle, denen Menschen über Lebensmittel, Luft, Wasser, Tabakrauch und bestimmte Konsumgüter ausgesetzt sein können. Während der Schwangerschaft können einige dieser Schwermetalle die Plazenta passieren und den Fötus erreichen. Frühere Studien hatten bereits auf mögliche Zusammenhänge zwischen pränataler Schwermetallbelastung und Autismus-Spektrum-Störung (ASS) hingedeutet, doch in der Gesamtheit waren die Ergebnisse uneinheitlich. Viele Studien untersuchten zudem nur eine einzelne Belastung und nicht die kombinierten Auswirkungen mehrerer Schwermetalle. Kumulative Effekte und geschlechtsspezifische Vulnerabilität In der aktuellen Studie analysierten Forschende des Environmental-Influences-on-Child-Health-Outcomes(ECHO)-Konsortiums Daten von Mutter-Kind-Paaren, die in der ECHO-Kohorte erfasst waren. Dabei stellten sie fest, dass höhere pränatale Blutwerte von Blei und Quecksilber mit höheren Werten auf der Social Responsiveness Scale, Second Edition (SRS-2) assoziiert waren, einem von Betreuungspersonen ausgefüllten Fragebogen zur Erfassung sozialer und verhaltensbezogener Merkmale im Zusammenhang mit Autismus. Höhere Cadmiumwerte im Blut waren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine ASS-Diagnose verbunden. Als die Forschenden die Metalle gemeinsam betrachteten, waren höhere kombinierte Werte von Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei ebenfalls mit Unterschieden bei autismusbezogenen Verhaltensweisen verbunden, insbesondere in Bereichen, die die soziale Funktionsfähigkeit betreffen. Die meisten im Urin gemessenen Metalle standen nach Berücksichtigung anderer Faktoren nicht in Zusammenhang mit diesen Ergebnissen, obwohl bei einem Metall (Barium) geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt wurden, die laut den Forschenden weitere Untersuchungen rechtfertigen könnten. Umweltbelastungen bei Vorsorgeuntersuchungen mit berücksichtigen „Wir stellten fest, dass höhere pränatale Metallkonzentrationen – darunter Blei, Quecksilber und Cadmium – sowohl einzeln als auch in Kombination mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Autismusdiagnose und einem stärkeren Ausmaß an autismusbezogenen Verhaltensweisen assoziiert waren, selbst bei Konzentrationen, die üblicherweise nicht als erhöht gelten“, erklärte Pi-I Debby Lin vom Harvard Pilgrim Health Care Institute in Boston (USA). „Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für Umweltbelastungen zu schärfen und die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft zu verstärken, während gleichzeitig weiterhin geprüft wird, welche Belastungswerte in dieser entscheidenden Entwicklungsphase als sicher angesehen werden können.“ Die Studie umfasste 479 Mutter-Kind-Paare mit pränatalen Blutmetallmessungen und 482 Paare mit pränatalen Urinmetallmessungen. Die Mütter stellten während der Schwangerschaft Proben zur Verfügung, und die Forscher verglichen diese Messwerte später mit den SRS-2-Werten der Kinder sowie, sofern verfügbar, mit ASS-Diagnosen. Bei den Analysen wurden Faktoren wie der Studienort, das Alter der Mutter, das Einkommen, der Bildungsstand, die Belastung durch Tabakrauch und das Geschlecht des Kindes berücksichtigt. (ej)
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