Druckgeschwüre und Diabetes: Erhöhte Rate von Wundinfektionen nach OP

Diabetes
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Der Einfluss der Diabetes auf die postoperativen Ergebnisse nach chirur­gischer Korrektur von Druckgeschwüren ist bislang unzureichend untersucht, obwohl hinlänglich nachgewiesen ist, dass Patienten mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Druckgeschwüren haben.

In der vorliegenden Studie untersuchten die Autoren den Einfluss der Diabetes auf die postoperative Wundheilung anhand von Daten aus dem „American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Program“ ­(ACS-NSQIP). In dieser retrospektiven Analyse wurde alle CPT-Codes, die Druckgeschwüre gemäß ICD-9 umfassen, einem Review unterzogen. Insgesamt 3274 Patienten, die sich einem chirurgischen Management von Druckgeschwüren unterzogen, konnten identifiziert werden; hiervon waren 1040 (31,8 %) an Diabetes erkrankt. Das Primärziel der Untersuchung war die Bestimmung der Rate oberflächlicher wie auch tiefer Wundinfektionen nach Chirurgie; diese betrug insgesamt 2,0 bzw. 4,2 %, während es bei 2,1 % der Patienten zur Wunddehiszenz kam.

Eine univariate Analyse der primären Ergebnisse, stratifiziert nach dem Vorliegen einer Diabetes, zeigte, dass Patienten mit Diabetes signifikant höhere Raten sowohl für oberflächliche (3,9 gegenüber 2,3 %) als auch tiefe (7,0 gegenüber 4,3 %) Wundinfektionen sowie Wund­dehiszenzen (5,2 gegenüber 2,7 %) aufweisen. Auch die Rate der Wiedereinliefungen in Kliniken war unter den Diabetikern signifikant erhöht: 12,8 gegenüber 8,9 %.

Eine multivariate Analyse konnte zeigen, dass Diabetes einen unabhängigen Risikofaktor für oberflächliche (Quotenverhältnis 2,7; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,59–4,62) und tiefe (Quotenverhältnis 1,85; 95 %-KI 1,26–2,70) Infektionen sowie Wunddehiszenzen (Quotenverhältnis 4,09, 95 %-KI 2,49–6,74) und Wiedereinlieferung innerhalb von 30 Tagen (Quotenverhältnis 1,38; 95 %-KI 1,05–1,82) darstellt. Die Ergebnisse der Untersuchung betonen nach Dafürhalten der Autoren die Wichtigkeit präoperativer Präventionsmechanismen sowie eine enge Überwachung der Wundheilung, um die Morbidität zu minimieren. (am)