Dysbiose: Dynamik des Lungenmikrobioms bei Beatmung auf Intensivstation18. Oktober 2017 Foto: © auremar – fotolia.com Bei intensivmedizinisch betreuten Patienten ist laut einer neuen Studie eine mechanische Beatmung, nicht aber die Gabe von Antibiotika mit Veränderungen des Lungenmikrobioms assoziiert. Am stärksten war die in dieser Untersuchung beobachtete Dysbiose bei Patienten mit beatmungsassoziierter Pneumonie (ventilator associated pneumonia [VAP]. Die VAP sei die häufigste nosokomiale Infektion bei Patienten auf der Intensivstation, schreiben die Autoren. Ein adaptiertes Insel-Modell sage verschiedene Veränderungen des Lungenmikrobioms während einer Intubation und mechanischen Beatmung voraus. Die Wissenschaftler schlossen 35 entsprechende Patienten in eine Studie ein und sammelten 3-mal pro Woche Trachea-Aspirate (n=111), anhand derer sie die Zusammensetzung des Lungenmikrobioms untersuchten. An einer VAP litten 11 der untersuchten Patienten, 18 nicht. Bei 6 weiteren Patienten trat innerhalb der ersten 48 Stunden nach Intubation eine Pneumonie auf. Die Dauer der mechanischen Beatmung, so stellten die Forscher fest, war mit einer Abnahme der α-Diversität assoziiert (Shannon-Index; fixed-effect Regressions-Koefficient [β] -0,03; 95%-Konfidenzintervall [KI] zwischen -0,05 und -0,005), der Einsatz einer Antibiotikatherapie aber nicht (fixed-effect β 0,06; 95%-KI zwischen -0,17 und 0,30). Es war keine signifikante Differenz bezüglich der Veränderung der β-Diversität zwischen Patienten, die eine VAP entwickelten, und Kontrollpersonen bezogen auf Bray-Curtis-Abstand (p=0,03) und Manhattan-Abstand (p=0.04). Burkholderia, Bacillales und – in einem geringeren Ausmaß – Pseudomonadales korrelierten den Studienautoren zufolge in positive Art und Weise mit der Veränderung der β-Diversität. Originalarbeit: Zakharkina T et al. Thorax 2017;72(9):803–810.
Mehr erfahren zu: "ECMO bei schwerem Lungenversagen: Kann Bauchlagerung die Prognose verbessern?" ECMO bei schwerem Lungenversagen: Kann Bauchlagerung die Prognose verbessern? Profitieren Intensivpatienten mit schwerem ARDS und ECMO von der Bauchlagerung? Eine neue Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg soll diese Frage klären.
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.
Mehr erfahren zu: "Augen- und Lungenschäden bei Frühgeborenen: Automatisierte Beatmung zeigt Nutzen" Augen- und Lungenschäden bei Frühgeborenen: Automatisierte Beatmung zeigt Nutzen Lässt sich die Rate schwerer Augen- und Lungenschäden – bis zur Erblindung und zum Tod – bei der Atemunterstützung extrem früh Frühgeborener durch automatisierte Beatmungssysteme senken? Ja – aber nur, […]