Dysphagie-optimierte intensitätsmodulierte Strahlentherapie beim Oro- und Hypopharynxkarzinom5. Januar 2024 Foto: pictworks/stock.adobe.com Eine im Hinblick auf die Dysphagie optimierte intensitätsmodulierte Strahlentherapie (DO-IMRT) kann die Schluckfunktion gegenüber der Standard-IMRT verbessern, so eine aktuelle Studie britischer Forscher. Die Phase-III-Studie DARS wurde an 22 Zentren in Irland und Großbritannien durchgeführt. Teilnehmen konnten Erwachsene mit Oro- oder Hypopharynxkarzinom im Stadium T1–4, N0–3, M0, mit einem WHO-Performance-Status von 0 oder 1 und ohne vorbestehende Schluckstörung. Von 118 registrierten Patienten wurden 112 zentral 1:1 unter Einsatz eines Minimierungsalgorithmus (Balancing Factors: Zentrum, Chemotherapie-Einsatz, Tumortyp, Tumorstadium gemäß American Joint Committee on Cancer) für die DO-IMRT oder die Standard-IMRT randomisiert (56 pro Gruppe; 22 Frauen [20 %], 90 Männer [80 %]; medianes Alter 57 Jahre [IQR 52–62]; 24.06.2016–27.04.2018). Patienten und Logopäden waren bzgl. der Zuteilung verblindet. Die Strahlentherapie wurde in 30 Fraktionen über 6 Wochen verabreicht. Wie die Autoren ausführen, lag die Dosis bei 65 Gy für Primärtumor und Lymphknotenmetastasen und bei 54 Gy für die verbleibenden Unterbereiche des Rachens und Lymphknoten-Bereiche, in denen das Risiko einer mikroskopischen Erkrankung bestand. Bei der DO-IMRT galt für das Volumen des oberen und mittleren Schlundschnürers oder des unteren Schlundschnürers, das außerhalb des Hochdosis-Zielvolumens liegt, eine obligatorische Beschränkung der mittleren Dosis auf 50 Gy. Als primärer Endpunkt galt der zusammengesetzte Score des MD Anderson Dysphagia Inventory (MDADI) 12 Monate nach der Strahlentherapie, analysiert in der modifizierten ITT-Population. Das mediane Follow-up betrug 39,5 Monate (IQR 37,8–50,0). Wie sich zeigte, wiesen Patienten in der DO-IMRT-Gruppe nach 12 Monaten signifikant höhere zusammengesetzte MDADI-Scores auf als jene mit Standard-IMRT (mittlerer Score 77,7±16,1] vs. 70,6±17,3; mittlerer Unterschied 7,2; 95 %-KI 0,4–13,9; p=0,037). Insgesamt 25 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (UE; inkl. 16 schwerwiegende UE, die nicht mit der Studienbehandlungassoziiert waren [9 mit DO-IMRT und 7 mit Standard IMRT], und 9 schwerwiegende unerwünschte Reaktionen [2 vs. 7]) wurden bei 23 Patienten berichtet. Als häufigste späte UE von Grad 3/4 wurden Schwerhörigkeit (9/55 [16 %] in der DO-IMRT-Gruppe vs. 7/55 [13 %] in der Standard-IMRT-Gruppe), Mundtrockenheit (3 [5 %] vs. 8 [15 %]) und Dysphagie (3 [5 %] vs. 8 [15 %]) dokumentiert. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (sf)
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