Dyspnoe bei Krebs: ASCO veröffentlicht Leitlinie25. August 2021 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat Leitlinien zum klinischen Management der Dyspnoe bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs publiziert. Dazu hatte sie ein Expertengremium einberufen, um die Evidenz zu überprüfen und Empfehlungen zu formulieren. Ein systematischer Review der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) lieferte die Evidenzbasis für (nicht)pharmakologische Interventionen zur Linderung von Dyspnoe. Dieser Review umfasste randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und Beobachtungsstudien mit einer parallelen Vergleichsgruppe, die bis Anfang Mai 2020 veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wollte das ASCO-Expertengremium die Dyspnoe-Beurteilung, das Management der Ursachen und Überweisungen zur Palliativversorgung adressieren. Zu diesen Fragen identifizierte ein systematischer Review RCTs, systematische Reviews und Leitlinien, die bis Juli 2020 veröffentlicht wurden. Wie Dr. David Hui vom MD Anderson Cancer Center in Houston, USA und seine Kollegen berichten, umfasste der systematische Review der AHRQ 48 RCTs und 2 retrospektive Kohortenstudien. Lungenkrebs und Mesotheliom waren die am häufigsten behandelten Krebsarten. Nicht pharmakologische Interventionen wie Ventilatoren würden für eine gewisse Linderung der Atemnot sorgen, heißt es. Die Unterstützung für pharmakologische Interventionen sei begrenzt gewesen. Eine Meta-Analyse spezieller Services für Atemnot konnte Verbesserungen der Dyspnoe-Beschwerden verzeichnen. Das Gremium empfiehlt ein hierarchisches Vorgehen beim Dyspnoe-Management, beginnend mit der Dyspnoe-Beurteilung, der Ermittlung und Behandlung potenziell reversibler Ursachen und der Überweisung an ein interdisziplinäres Palliativteam. Nicht pharmakologische Interventionen, die zur Linderung von Dyspnoe angeboten werden können, umfassen Interventionen bezüglich der Luftzufuhr (z.B. ein auf die Wange gerichteter Ventilator), standardmäßige Sauerstoff-Supplementierung für Patienten mit Hypoxämie und andere psychoedukative, Selbstmanagement- oder ergänzende Ansätze. Patienten, die durch nicht pharmakologische Maßnahmen eine unzureichende Linderung erfahren, sollten systemische Opioide angeboten werden, empfehlen die Autoren. Andere pharmakologische Interventionen, wie Kortikosteroide und Benzodiazepine, würden ebenfalls diskutiert. Fazit Die ASCO hat Leitlinien zum klinischen Management der Dyspnoe bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs publiziert. (sf) Autoren: Hui D et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Management of Dyspnea in Advanced Cancer: ASCO Guideline Quelle: J Clin Oncol 2021;39(12):1389–1411. Web: https://doi.org/10.1200/JCO.20.03465
Mehr erfahren zu: "Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert" Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert Ein internationales Forschungsteam hat das Peptid AoIA aus dem Gift einer Kegelschnecke untersucht. In einem Tiermodell verringerte es nach subkutaner Injektion entzündungsbedingte Schmerzen deutlich. Damit könnte es eine schonendere Anwendungsoption […]
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?