Dyspnoe bei Krebs: ASCO veröffentlicht Leitlinie

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Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat Leitlinien zum klinischen Management der Dyspnoe bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs publiziert. Dazu hatte sie ein Expertengremium einberufen, um die Evidenz zu überprüfen und Empfehlungen zu formulieren.

Ein systematischer Review der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) lieferte die Evidenzbasis für (nicht)pharmakologische Interventionen zur Linderung von Dyspnoe. Dieser Review umfasste randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und Beobachtungsstudien mit einer parallelen Vergleichsgruppe, die bis Anfang Mai 2020 veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wollte das ASCO-Expertengremium die Dyspnoe-Beurteilung, das Management der Ursachen und Überweisungen zur Palliativversorgung adressieren. Zu diesen Fragen identifizierte ein systematischer Review RCTs, systematische Reviews und Leitlinien, die bis Juli 2020 veröffentlicht wurden.

Wie Dr. David Hui vom MD Anderson Cancer Center in Houston, USA und seine Kollegen berichten, umfasste der systematische Review der AHRQ 48 RCTs und 2 retrospektive Kohortenstudien. Lungenkrebs und Mesotheliom waren die am häufigsten behandelten Krebsarten. Nicht pharmakologische Interventionen wie Ventilatoren würden für eine gewisse Linderung der Atemnot sorgen, heißt es. Die Unterstützung für pharmakologische Interventionen sei begrenzt gewesen. Eine Meta-Analyse spezieller Services für Atemnot konnte Verbesserungen der Dyspnoe-Beschwerden verzeichnen.

Das Gremium empfiehlt ein hierarchisches Vorgehen beim Dyspnoe-Management, beginnend mit der Dyspnoe-Beurteilung, der Ermittlung und Behandlung potenziell reversibler Ursachen und der Überweisung an ein interdisziplinäres Palliativteam. Nicht pharmakologische Interventionen, die zur Linderung von Dyspnoe angeboten werden können, umfassen Interventionen bezüglich der Luftzufuhr (z.B. ein auf die Wange gerichteter Ventilator), standardmäßige Sauerstoff-Supplementierung für Patienten mit Hypoxämie und andere psychoedukative, Selbstmanagement- oder ergänzende Ansätze. Patienten, die durch nicht pharmakologische Maßnahmen eine unzureichende Linderung erfahren, sollten systemische Opioide angeboten werden, empfehlen die Autoren. Andere pharmakologische Interventionen, wie Kortikosteroide und Benzodiazepine, würden ebenfalls diskutiert.

Fazit
Die ASCO hat Leitlinien zum klinischen Management der Dyspnoe bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Krebs publiziert. (sf)

Autoren: Hui D et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Management of Dyspnea in Advanced Cancer: ASCO Guideline
Quelle: J Clin Oncol 2021;39(12):1389–1411.
Web: https://doi.org/10.1200/JCO.20.03465