E-Zigaretten können die Anfälligkeit für eine Infektion mit SARS-CoV-2 erhöhen27. Februar 2024 E-Zigarette (Foto: © Anna/stock.adobe.com) Laut einer Studie von Forschenden an der University of California (UC) Riverside (USA) besitzen Konsumenten von E-Zigaretten in Abhängigkeit vom verdampften Liquid ein höheres Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Die beim Vapen verwendeten E-Liquids enthalten üblicherweise Nikotin, Propylenglykol, pflanzliches Glycerin und aromatisierende Substanzen. Die Autoren der aktuellen Studie stellten nun fest, dass die Verwendung von Propylenglykol/pflanzlichem Glycerin allein oder zusammen mit Nikotin die COVID-19-Infektion durch verschiedene Mechanismen verstärkte. Die Forschenden fanden außerdem heraus, dass der Zusatz von Benzoesäure zu E-Liquids die durch Propylenglykol, pflanzliches Glycerin und Nikotin erleichterte Infektion verhindert. „Konsumenten, die Aerosole dampfen, die nur aus Propylenglykol/pflanzlichem Glycerin hergestellt werden, oder E-Liquids mit einem neutralen bis basischen pH-Wert, ziehen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit dem Virus zu, während solche, die Aerosole aus E-Liquids mit Benzoesäure verdampfen – mit einem sauren pH-Wert – die gleiche Virusanfälligkeit besitzen wie Personen, die nicht dampfen“, erklärt Rattapol Phandthong von der Abteilung für Molekular-, Zell- und Systembiologie der UC Riverside und Erstautor der Forschungsarbeit. Die Forscher gewannen Atemwegsstammzellen von menschlichen Spendern und erstellten damit ein 3-D-Gewebemodell des menschlichen Bronchialepithels. Anschließend setzten sie das Gewebe den Aerosolen elektronischer Zigaretten aus, um die Wirkung auf eine SARS-CoV-2-Infektion zu untersuchen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass in allen Geweben die Menge an ACE2, einem Wirtszellrezeptor für das SARS-CoV-2-Virus, zunahm. Darüber hinaus beobachteten sie, dass TMPRSS2, ein Enzym, das für die Infektion von Zellen durch das Virus unerlässlich ist, eine erhöhte Aktivität in Geweben zeigt, die Aerosolen mit Nikotin ausgesetzt sind. Prof. Prue Talbot, ebenfalls von der Abteilung für Molekular-, Zell- und Systembiologie an der UC Riverside, warnt, dass Konsumenten von E-Zigaretten beim Vapen Vorsicht walten lassen sollten, da einige der Produkte die Anfälligkeit für SARs-CoV-2-Infektionen erhöhen würden. „Es wäre wahrscheinlich das Beste für Vaper, es ganz sein zu lassen, um die Gesundheit zu schützen und die Nikotinabhängigkeit zu stoppen“, betont sie. „Wenn man schon nicht mit dem Vapen aufhören kann, wäre es besser, Aerosole zu verdampfen, die aus einem E-Liquid mit saurem pH-Wert oder mit Benzoesäure hergestellt werden, um die erhöhte Gefahr einer SARS-CoV-2-Infektion durch die Verwendung von Nikotin, Propylenglykol und pflanzlichem Glycerin zu verhindern. Allerdings birgt das Inhalieren von Benzoesäure ein eigenes Risiko, und die Datenlage zu diesem Thema ist noch dünn.“ Die Forschenden räumen ein, dass der Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und der Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion komplex ist. „Diese Komplexität ist der breiten Palette verfügbarer E-Liquids, der chemischen Zusammensetzung jedes einzelnen E-Liquids und den verschiedenen Modellen von E-Zigaretten geschuldet“, erklärt Phandthong. In der vorliegenden Studie wurden nur zwei bestimmte Produkte mit klassischem Tabakgeschmack verwendet. „Selbst bei nur diesen beiden E-Zigaretten stellten wir fest, dass die Aerosole und einzelnen Inhaltsstoffe unterschiedliche Auswirkungen auf eine SARS-CoV-2-Infektion hatten.“ Phandthong gibt außerdem zu bedenken, dass die Forschenden nur das Anfangsstadium einer SARS-CoV-2-Infektion untersuchte. „Es gibt viele nachfolgende Stadien einer Infektion, beispielsweise das der Virusreplikation“, sagte er. „Es ist wahrscheinlich, dass diese weiteren Stadien ebenfalls durch das Inhalieren von E-Zigaretten-Aerosolen beeinträchtigt werden können.“
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