Ehrung für Virologen der Uniklinik Köln3. Juni 2025 Prof. Florian Klein, Foto: ©Michael Wodak Prof. Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Köln, ist als neues Mitglied in die Leopoldina − Nationale Akademie der Wissenschaften berufen worden. Die Aufnahme in die älteste Gelehrtengesellschaft gilt als besondere Auszeichnung für wissenschaftliche Exzellenz und würdigt die herausragenden Beiträge des Mediziners zur virologischen und immunologischen Infektionsforschung. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vereinigt Forschende mit hoher Expertise aus verschiedenen Fachgebieten. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft im Ausland und berät die Politik und die Öffentlichkeit in relevanten wissenschaftlichen Fragen. Hierfür greift sie aktuelle und langfristig relevante Themen auf und erarbeitet dazu – unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen – fundierte Stellungnahmen und Empfehlungen. Dadurch wird der Dialog zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern gefördert. „Ich freue mich sehr über die besondere Auszeichnung. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben eine große Bedeutung für den Fortschritt und unser gemeinsames Wohlergehen. Diese Grundlage kann jedoch, wie aktuell an vielen Beispielen erkennbar, in Gefahr geraten. Ich freue mich, in der Leopoldina für die besondere Rolle der Wissenschaft einzutreten und wissenschaftliche Erkenntnisse aus meinem Fachgebiet breit zu vermitteln“, so Klein. B-Lymphozyten mit Antikörper-Produktion als Schwerpunkt Kleins wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung menschlicher B-Lymphozyten und deren Produktion von Antikörpern. Insbesondere untersucht sein Team die Antikörperantwort gegen virale Erreger wie HIV, Hepatitis-C-Virus, Ebolaviren und SARS-CoV-2. In diesem Kontext entwickelt er breit-neutralisierende monoklonale Antikörper, welche zur Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten eingesetzt werden können. Die grundlegenden Erkenntnisse überführt er zusammen mit seinem Team und kooperierenden Forschungsgruppen in neue Anwendungen für die klinische Praxis. Klein studierte von 1998 bis 2005 Medizin in Köln, Zürich, Bologna und Boston. Nach seiner Tätigkeit als Assistenzarzt in der Klinik I für Innere Medizin in Köln wechselte er 2009 an die Rockefeller University in New York. Hier spezialisierte er sich auf die Erforschung des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) und die Möglichkeiten einer Antikörper-vermittelten Impfung und Therapie und wurde 2013 zum Assistant Professor of Clinical Investigation ernannt. 2015 folgte er einem Ruf nach Köln auf eine DFG-Heisenberg-Professur. Seit 2017 ist Klein Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Köln. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georges-Köhler-Preis der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, dem Preis für Translationale Infektionsforschung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, dem Deutschen AIDS-Preis und dem Heinz Ansmann-Preis für HIV-Forschung. Zudem zählt Prof. Klein seit mehreren Jahren zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlern in seinem Fach. Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist eine der ältesten dauerhaft bestehenden Akademien der Welt. Sie wurde 1652 gegründet und vereint heute rund 1700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 30 Ländern und nahezu allen Forschungsdisziplinen. International vertritt die Leopoldina Deutschland in wissenschaftlichen Gremien, etwa zur Beratung der G7- und G20-Gipfel, und pflegt einen intensiven Austausch mit anderen Akademien. Neue Mitglieder werden nach strengen Exzellenzkriterien in einem mehrstufigen Prozess gewählt. Die Leopoldina ist dem Gemeinwohl verpflichtet und versteht sich als Stimme der Wissenschaft in einer offenen, demokratischen Gesellschaft. Die Mitarbeit erfolgt ehrenamtlich, unabhängig und ergebnisoffen.
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