Ein Bluttest könnte die Behandlung von Brustkrebs bei älteren Frauen besser anpassen

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Eine amerikanische Studie zeigt, dass ein Bluttest die Behandlungsentscheidungen für eine sorgfältig ausgewählte Gruppe von Frauen ab 70 Jahren mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs unterstützen kann. Diese Frauen erwogen eine endokrine Therapie als primäre Behandlung und verzichteten auf Operation und Bestrahlung.

Die Studie wurde von Wissenschaftlern des UPMC Hillman Cancer Center und der University of Pittsburgh School of Medicine durchgeführt und kürzlich in „Clinical Cancer Research“ veröffentlicht. „Wir lernen, dass nicht jede Patientin allein aufgrund ihrer Diagnose die gleiche Behandlung benötigt. Vielmehr sollte die Behandlung individuell angepasst werden“, erklärt die leitende Autorin Dr. Priscilla F. McAuliffe, Brustchirurgin und Onkologin am UPMC Hillman und außerordentliche Professorin für Chirurgie an der University of Pittsburgh School of Medicine.

Die Forscher analysierten Blutproben auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) und untersuchten, ob das Vorhandensein oder Fehlen Patientinnen identifizieren kann, die voraussichtlich nicht auf eine alleinige endokrine Therapie ansprechen.

Negativer ctDNA-Test deutet auf stabileren Krankheitsverlauf

Patientinnen mit negativem ctDNA-Test, entweder zu Beginn der Behandlung oder nach Beginn der endokrinen Therapie, wiesen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen stabilen Krankheitsverlauf oder eine Tumorverkleinerung auf. Dies bedeutete, dass Operationen und Bestrahlung – die beide Nebenwirkungen wie Narbenbildung, chronische Schwellungen, Infektionen und Nervenschäden verursachen können – die Prognose dieser Patientinnengruppe wahrscheinlich nicht verbessern würden.

Im Gegensatz dazu wiesen Patientinnen, deren ctDNA nach der endokrinen Therapie weiterhin positiv war, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Tumorwachstum während der Behandlung auf. Dies deutet darauf hin, dass Operationen oder andere Behandlungen in dieser Gruppe weiterhin notwendig sein können, um eine Tumorkontrolle zu erreichen.

Die Studie untersuchte nicht die Wirksamkeit der Behandlungen. Vielmehr konzentrierte sie sich darauf, ein frühes Zeitfenster für eine Entscheidung zu identifizieren, das Ärzten helfen kann, Patientinnen zu bestimmen, die voraussichtlich nicht auf eine alleinige Hormontherapie ansprechen.

Da ctDNA durch Bluttests gemessen werden kann, konnten die Patientinnen ohne häufige Krankenhausbesuche teilnehmen. Blutproben wurden häufig bei den Patientinnen zu Hause entnommen. Dies reduzierte den Reiseaufwand und ermöglichte es den Forschenden, Patientinnen aus dem gesamten onkologischen Netzwerk des UPMC Hillman in der Region einzuschließen, nicht nur aus dem Hauptzentrum UPMC Hillman in Shadyside.

„Wir haben uns sehr darum bemüht, auch Patientinnen außerhalb des akademischen Hauptzentrums, darunter UPMC Passavant Cranberry, UPMC Jameson und UPMC St. Margaret, in die Studie aufzunehmen“, berichtet Studienleiter Dr. Neil Carleton, Postdoktorand an der Universität Pittsburgh. „Die patientenfreundlichere Versorgung, einschließlich des Zugangs zu klinischen Studien, hat im UPMC Hillman Cancer Center höchste Priorität.“

Bessere Entscheidungshilfe für Patientinnen

Die Studie umfasste auch Rückmeldungen von Patientinnen sowie deren Angehörigen – einer Gruppe, die in klinischen Studien oft nicht berücksichtigt wird. Über 80 Prozent der befragten Patientinnen gaben an, dass die Ergebnisse des ctDNA-Tests ihnen helfen könnten, sich besser über ihre Behandlungsentscheidungen zu informieren, insbesondere in den ersten sechs bis zwölf Monaten der Behandlung. Angehörige berichteten, dass die Unterstützung ihrer Lieben während der Brustkrebsbehandlung oft bedeutete, die Pflegeaufgaben gegenüber Beruf und anderen Aktivitäten zu priorisieren.

Aufgrund dieser Ergebnisse legen die Forscher nahe, dass insbesondere für pflegende Angehörige eine Überwachungsmöglichkeit von zu Hause aus von Bedeutung sein kann. Sowohl für Patientinnen als auch für pflegende Angehörige betonten die Forscher die Wichtigkeit einer sorgfältigen Patientinnenaufklärung und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung während des gesamten Behandlungsprozesses.

Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass es sich um eine kleine Studie mit weniger als 50 Patientinnen handelte und die Ergebnisse daher noch nicht auf die Standardpraxis übertragbar sind. Größere Studien sind erforderlich, bevor dieser Ansatz routinemäßig eingesetzt werden kann.

(lj/BIERMANN)

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