Ein einfacher Test könnte die Zeit bis zur Endometriose-Diagnose verkürzen17. März 2026 Ein einfacher, fünfminütiger Test könnte die Zeit bis zur Endometriose-Diagnose verkürzen. (Symbolbild: © hikari_stock/stock-adobe.com) Forscher der University of Queensland haben einen einfachen, fünfminütigen Test entwickelt, der die häufigsten Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung von Endometriose beheben soll. Der SAFE-Score (Simplified Adolescent Factors for Endometriosis) verwendet einen Fragebogen, um Risikopatientinnen zu identifizieren und die Überweisung an Spezialisten für weitere Untersuchungen zu beschleunigen. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „eClinicalMedicine“ veröffentlicht. Prof. Gita Mishra, Leiterin des Australian Women and Girls’ Health Research Centre der University of Queensland, erklärte, der Test könne jahrelanges Warten auf eine Diagnose verhindern. „Der Test besteht aus sechs Fragen, um Mädchen und junge Frauen mit einem erhöhten Endometrioserisiko zu identifizieren, die einer weiteren Abklärung bedürfen“, so Mishra. Die Identifizierung von Patientinnen, die überwiesen und behandelt werden sollten, ist eine Herausforderung, und die Verbesserung der Diagnostik hat höchste Priorität. „Durch die Früherkennung von Endometriose – idealerweise bei Jugendlichen mit Einsetzen der Menstruation – hoffen wir, dass das Instrument die durchschnittliche Diagnoseverzögerung von sechs bis acht Jahren verkürzt, sodass wir die Behandlung so früh wie möglich beginnen können.“ Fragebogen ermittelt Risikoscore Mithilfe des Fragebogens werden junge Frauen befragt, ob sie häufig Unterleibsschmerzen haben, ob sie bereits wegen Unterleibsschmerzen in Behandlung waren, ob sie Schmerzmittel gegen Unterleibsschmerzen eingenommen haben, ob sie starke oder schmerzhafte Menstruationsblutungen hatten und ob in ihrer Familie Endometriose vorgekommen ist. Der SAFE-Score basiert auf einem Punktesystem und soll die Überweisung von Patientinnen in der Primärversorgung unterstützen. Je mehr Risikofaktoren identifiziert werden, desto höher ist der Score einer Frau und desto größer die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung. Das Instrument wurde anhand von Daten von über 9000 Frauen aus der australischen Längsschnittstudie zur Frauengesundheit entwickelt. Die Forscher identifizierten dabei Risikofaktoren für Endometriose. „Dieses einfache Instrument kann bei Frauen jeden Alters angewendet werden. Wir haben jedoch sorgfältig altersgerechte Fragen ausgewählt, um gezielt Jugendliche anzusprechen“, so Mishra. Späte Diagnosen können die Fruchtbarkeit beeinflussen Lange Verzögerungen bei der Diagnose können auf unklare Symptome, mangelndes Bewusstsein, Fehldiagnosen und die Normalisierung von Menstruationsbeschwerden zurückzuführen sein, was die Lebensqualität beeinträchtigt. Die Erkrankung erfordert häufig einen operativen Eingriff zur Bestätigung der Diagnose. Experten arbeiten jedoch daran, dies zu ändern, sodass die Erkrankung künftig per Ultraschall oder MRT erkannt werden kann. „Wir müssen Endometriose frühzeitig erkennen können, da unsere Forschung gezeigt hat, dass die meisten Frauen erst Ende zwanzig diagnostiziert werden, oft zu einem Zeitpunkt, an dem sie versuchen, schwanger zu werden“, berichtet Mishra. „Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da sie die spätere Behandlung von Fruchtbarkeitsproblemen beeinflussen kann.“ Die übliche Behandlungsmethode ist die Ovulationsinduktion, die jedoch bei Frauen mit Endometriose weniger wirksam ist als eine IVF-Behandlung. In den nächsten Schritten wird das Instrument im klinischen Alltag evaluiert, seine Praktikabilität in Allgemeinarztpraxen, Endometriose- und Beckenschmerzkliniken in Brisbane geprüft und die Entwicklung einer App untersucht. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Endometriose: Mehr Frauen erhalten Endometriose-Diagnose Endometriose: Stark erhöhte HMGB1-Werte im Menstruationsblut könnten auf Erkrankung hindeuten
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