Ein gemeinsames Dach für “Gehirn und Körper”15. Mai 2019 Als Sprecher des BBIM-Koordinatorenteams und Mitautoren des Förderantrages freuen sich Prof. Heinz Wiendl (l.) und Prof. Udo Dannlowski über die Empfehlung des Wissenschaftsrats. (Foto: © FZ/Erk Wibberg) Der Wissenschaftsrat hat sich für den Bau des „Body & Brain Institute Münster“ (BBIM) ausgesprochen. Das gemeinsame Großprojekt der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und des Universitätsklinikums Münster (UKM), für das ein Finanzvolumen von rund 70 Millionen Euro angesetzt ist, soll Erkrankungen und deren Entstehung aus dem Blickwinkel des Zusammenspiels zwischen Gehirn und Körper erforschen. Mit dem positiven Votum des Wissenschaftsrates ist nun der Weg für eine gemeinsame Förderung von Bund und Ländern frei. Die abschließende Entscheidung über die Förderung fällt – auf der Grundlage der Wissenschaftsrat-Empfehlung – in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, die vermutlich im Juli tagen wird. Ziel des „Body & Brain Institute Münster“ ist es, das Wechselspiel zwischen Körper und Gehirn besser zu verstehen und daraus konkrete Behandlungs- und Versorgungsstrategien für bestimmte neurologische und psychiatrische Erkrankungen zu entwickeln und zu verbessern. „Diese Krankheitsbilder haben wir danach ausgewählt, ob sie sich als eine Art ‚Modellerkrankungen‘ besonders gut eignen, um typische Ursachen und Prozesse vertiefend zu erforschen“, sagte Prof. Heinz Wiendl, der als Direktor der UKM-Klinik für Neurologie zu den Initiatoren des BBIM gehört. Beispiele seien die Multiple Sklerose, Autoimmunenzephalitiden sowie Angststörungen. „Der Fokus liegt auf der Rolle und der Modifikation von Entzündungs- und Stoffwechselprozessen bei der Funktion oder Dysfunktion des zentralen Nervensystems“, erläuterte Wiendl. Rund 200 Wissenschaftler sollen künftig im BBIM forschen. „Dabei setzen wir auf kurze, schnelle Wege vom Krankenbett zum Labor und zurück. Fragestellungen, die beim Patienten auftauchen, sollen unmittelbar in die Forschung einfließen und erarbeitete Lösungen dem Patienten ohne Umwege zugutekommen“, betonte Wiendl. Für dieses Konzept sei die am Standort des BBIM mögliche Einbeziehung von Patientengruppen sowie vorhandener Biomaterialien und Biosignaturen von großem Vorteil. Dieser Ansatz spiegelte sich bereits in der Antragstellung wider. Für den Anfang 2019 eingereichten Förderantrag schlossen sich zehn Professorinnen und Professoren aus der Medizinischen Fakultät der WWU zusammen, die aus unterschiedlichen Fachdisziplinen kommen – aus der Neurologie, der Psychiatrie, Physiologie, Anästhesiologie, Dermatologie, Onkologie und Hygiene. Grundlagenforscher sind bei den BBIM-Initiatoren ebenso vertreten wie erfahrene Kliniker. Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Landesregierungen in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung berät, hat insgesamt zehn Projekte zur Förderung empfohlen. Drei davon sollen in Nordrhein-Westfalen entstehen: Neben dem BBIM erhielten auch das Zentrum für Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft an der Universität Bochum und der Hochleistungsrechner CHEOPS 2 der Universität Köln ein positives Votum; das Gesamtvolumen der drei Vorhaben beziffert das Land NRW auf 160 Millionen Euro.
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