Ein Hausarzt, wenn man ihn braucht27. Juli 2017 © Picture-Factory – fotolia.com Lange Wartezeiten in der Hausarztpraxis, oder als neuer Patient erst gar keinen Termin bekommen? In vielen Regionen des Landes ist das der Normalzustand für gesetzlich Krankenversicherte. Den will eine Forschungsgruppe nun ändern. Geleitet vom Institut für Allgemeinmedizin (IFAM) der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt sie dazu ein IT-gestütztes Fallmanagementsystem für Hausarztpraxen. Das fördert der Gemeinsame Bundesausschuss mit 1,26 Millionen Euro für drei Jahre. Hausarztpraxen sollen sich über dieses System zum Beispiel mit ihren Patienten sicher und qualifiziert austauschen: Leidet ein Patient etwa unter Bluthochdruck, kann er seine Messwerte per Smartphone oder Tablet an die Praxis übermitteln, woraufhin diese ihm Informationen beispielsweise zur Medikation gibt. In die Praxis kommen die Patienten dann nur, wenn es tatsächlich notwendig ist. Einzelne Aufgaben kann der behandelnde Arzt übertragen: „Er muss nicht alles selbst machen. Regelmäßige Kontrollen von bestimmten chronisch Kranken etwa können auch qualifizierte Medizinische Fachangestellte übernehmen“, erläutert die Projektleiterin Prof. Dr. Birgitta Weltermann. „Die knapp bemessene Zeit eines Arztes kann gezielter genutzt werden, wenn man die Abläufe optimiert.“ Um dies zu erreichen, arbeitet das IFAM mit dem Essener Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie zusammen sowie mit dem Zentrum für Klinische Studien Essen und der Techniker Krankenkasse NRW. In dem Netz aus über 200 Lehrpraxen des IFAM kann das Projekt umgesetzt und die gewonnenen Erkenntnisse auf verschiedenste Szenarien im Gesundheitswesen übertragen werden. Weitere Informationen: Prof. Dr. med. Birgitta Weltermann, Institut für Allgemeinmedizin, [email protected] Christine Harrell, Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723-1615, [email protected] Quelle: Universität Duisburg-Essen
Mehr erfahren zu: "Schmerzexperten: „Schluss mit dem Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis“" Schmerzexperten: „Schluss mit dem Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis“ Schmerzmediziner sind sich einig, dass das seit Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes am 30. Juli entstandene Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis für Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie für […]
Mehr erfahren zu: "Verdoppelung der Häufigkeit von Hirnaneurysmen in den letzten zwei Jahrzehnten" Verdoppelung der Häufigkeit von Hirnaneurysmen in den letzten zwei Jahrzehnten Eine Studie wertete unter Federführung der Universitätsmedizin Mannheim 162 Studien aus sieben Jahrzehnten aus. Sie zeigt erstmals einen Anstieg der Häufigkeit von Hirnaneurysmen von 2,9 auf 6,6 Prozent und welche […]
Mehr erfahren zu: "Migräne ist mehr als nur „Kopfschmerz“" Migräne ist mehr als nur „Kopfschmerz“ Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert zum Tag des Kopfschmerzes einen früheren Zugang zu leitliniengerechter Versorgung von Migräne.