Ein tiefer Blick ins Auge kann viel verraten12. Oktober 2023 Eine Untersuchung des Augenhintergrunds kann Hinweise auf allgemeine Gefäßerkrankungen geben.Foto.© Krzizok/Augenpraxisklinik Esslingen Augenärztliche Untersuchungen können Hinweise auf systemische Erkrankungen geben, wie Prof. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen” im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. anlässlich der Woche des Sehens erklärt. Es kommt vor, dass Menschen wegen einer neuen Brillenverordnung die Augenarztpraxis aufsuchen – und dann auf ihren dringend behandlungsbedürftigen Bluthochdruck angesprochen werden. Wenn dem Augenarzt bei der Untersuchung der Netzhaut eine Verengung der Netzhautgefäße oder ein Verschluss der feinen Blutgefäße auffällt, ist das ein ernstzunehmender Hinweis. Betroffenen sollten diesen nicht „auf die leichte Schulter” nehmen, betont Geerling. Von Bluthochdruck sind in Mitteleuropa mehr als ein Fünftel der Menschen betroffen. Viele wissen oft nichts davon oder nehmen Warnungen ihres Hausarztes nicht ernst, weil sie keine Beschwerden haben. Auf Dauer drohen aber schwerwiegende Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen – und auch der Verlust des Sehvermögens. Gefäßschäden erkennt man leicht beim Blick auf die Netzhaut Die Untersuchung des Augenhintergrunds ist eine Standarduntersuchung in den Augenarztpraxen. Dabei betrachtet der Augenarzt die Netzhaut und die Blutgefäße. Nirgends sonst im Körper ist dies so leicht und schmerzfrei möglich. Der Vorteil: Der Zustand dieser Blutgefäße lässt Rückschlüsse auf den Zustand aller Blutgefäße im gesamten Körper zu. Sind dort Schädigungen festzustellen, ist das ein Zeichen, dass auch weitere Organe, zum Beispiel Herz oder Nieren betroffen sind. Ein erhöhter Blutdruck kann in der Netzhaut unumkehrbare Veränderungen verursachen – im Extremfall drohen abnehmende Sehschärfe und Ausfälle im Gesichtsfeld, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober „Das Auge als Fenster zur Welt” lautete das Thema der Woche des Sehens dieses Jahres. Augenärzte betrachten das Auge aber auch als „Fenster zur eigenen Gesundheit” – sie sehen nicht nur Hinweise auf Augenerkrankungen. Zahlreiche weitere Krankheiten können sich an den Augen manifestieren: Unter anderem Diabetes mellitus oder neurologische Krankheiten wie beispielsweise Multiple Sklerose. Anzeichen dieser Krankheiten oder Hinweise darauf können mitunter schon früh an den Augen festgestellt werden. Dies ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung. So werden im besten Fall Organschäden vermieden und die Lebensqualität bleibt erhalten. Bereits seit dem Jahr 2002 rückt die Woche des Sehens mit vielfältigen Aktionen bundesweit die Bedeutung guten Sehvermögens in die Öffentlichkeit und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland sowie den Ländern des globalen Südens auf. Auch in diesem Jahr übernahm die Fernsehjournalistin Gundula Gause die Schirmherrschaft der Kampagne. Die Aktionspartner waren die Christoffel-Blindenmission, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband, der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit, die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie die PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wurde die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und Carl Zeiss Meditec.
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