Wildner und Thurau mit Aurel-von-Szily-Medaille ausgezeichnet26. September 2025 Gerhild Wildner und Stephan Thurau (r.) wurden von Christoph Deuter als Vorsitzender des Symposiums der DOG-Sektion Uveitis gemeinsam mit der Aurel-von Szily-Medaille ausgezeichnet. Foto: Schulz/Biermann Medizin Die Verleihung der Aurel-von-Szily-Medaille bildete heute den Höhepunkt des Symposiums der DOG-Sektion Uveitis. Ausgezeichnet wurden die Immunologin Prof. Gerhild Wildner und der Ophthalmologe Prof. Stephan Thurau von der Ludwig-Maximilians-Universität München – erstmals zwei Preisträger auf einmal. Mit der Aurel-von-Szily-Lecture werden Persönlichkeiten geehrt, die besondere Verdienste im Bereich der immunologischen Grundlagen und klinischen Uveitis-Forschung geleistet haben. Als forschendes Ehepaar haben Wildner und Thurau grundlegende Erkenntnisse der Immunologie des Auges und deren Anwendung am Patienten untersucht. In einem abwechselnd gemeinsam gehaltenen Vortrag zur „Immunologie der Uveitis – Vom Labor in die Klinik“ stellten sie diese Erkenntnisse vor. Die Wahl dieser Form des Co-Referates sei kein Zufall, so Thurau, vielmehr spiegele dies die Interaktion von Labor und Klinik wider. Tiermodelle etabliert „Was haben wir so in den letzten 35 Jahren getan?“, eröffnete Wildner den Vortrag und startete mit der Überlegung, weshalb ein Mensch überhaupt Uveitis bekomme. Zur Ergründung der immunologischen Ursachen und Pathomechanismen wurden Tiermodelle für eine spontan rezidivierende beziehungsweise chronische Uveitis etabliert. Diese Modelle, in deren Mittelpunkt die Antigene Mimikry stand, brachten neue Erkenntnisse über die Rolle verschiedener T-Zell-Typen im Auge. Darauf aufbauend wurden wiederum die Entwicklung und Testung neuer Therapien bei bereits laufender Autoimmunreaktion ermöglicht – entsprechend der Situation bei Uveitis-Patienten. Im weiteren Verlauf der langjährigen Forschungsarbeiten kam es zur Entwicklung eines Small-Molecule-DHODH-Inhibitors (PP-001/KIO-100) für die Uveitisbehandlung – zunächst wieder im Tierversuch, dann in einer erfolgreichen Phase-I-Studie mit intraokulärer Applikation ohne Nebenwirkungen. Hierbei zeigten sich eine Visusverbesserung sowie der Rückgang der Entzündung und des zystoiden Makulaödems. Beim Blick in die Zukunft stellten Wildner und Thurau fest, dass die Uveitis als seltene Erkrankung in der Medikamentenentwicklung nicht im Fokus stehe. Allerdings sei Uveitis heute immer öfter eine unerwünschte Nebenwirkung anderer Behandlungsformen wie der modernen Tumortherapie oder auch der okulären Gentherapie. Mehr unterschiedliche neue Therapeutika wären unbedingt notwendig, so das Fazit der Forscher, wobei der Grundsatz gelte: „Uveitis ist nicht Uveitis ist nicht Uveitis.“ Zur Person Aurel von Szily: Die Lecture erinnert an den deutsch-ungarischen Augenarzt Aurel von Szily (1880-1945), der sich insbesondere mit immunologisch hervorgerufenen Augenkrankheiten beschäftigte. Des Weiteren befasste er sich mit angeborenen Fehlbildungen des Auges, der Anatomie des vorderen Augenabschnittes und der Entstehung von Linsentrübungen. Im Jahr 1925 zeichnete ihn die DOG mit dem von-Graefe-Preis aus.Von Szily war Inhaber des Münsteraner Lehrstuhls, wurde jedoch von den Nationalsozialisten Ende 1935 zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Auch die Schriftleitung der Monatsblätter für Augenheilkunde verlor er. Von Szily wanderte 1939 in seine Heimatstadt Budapest aus, wo er kurz vor seinem Ruf zurück nach Münster verstarb. (dk/BIERMANN)
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