Eine App, die Schmerzen sichtbar macht11. April 2024 Kai Vahldiek von der Ostfalia Hochschule im niedersächsischen Wolfenbüttel. Foto: ©Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Per App Schmerzen gezielt erfassen: Der Informatiker Dr. Kai Vahldiek von der Ostfalia Hochschule forscht an der schnelleren Diagnose von Rheumaerkrankungen. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Medizinische Hochschule Hannover arbeiten gemeinsam daran, eine schnellere Diagnose von Rheumaerkrankungen zu ermöglichen. Die Methode kombiniert eine verbesserte Erhebung von Schmerzen mit klinischen Daten und Laborwerten. Dazu wird die an der Ostfalia geschaffene Applikation Pain2D weiterentwickelt, um die Schmerzintensität und spezifische Schmerzmuster rheumatischer Erkrankungen abbilden zu können. „Mit dieser Kombination der digitalen Schmerzerfassung mit klinischen Daten und Laborwerten schaffen wir ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen papierbasierten und auch digitalen Lösungen“, erklärt Ostfalia-Wissenschaftler Dr. Kai Vahldiek, der das Projekt mit dem Namen LabVal4Pain2D leitet. Gefördert wird das Projekt im Programm „Innovation an Fachhochschulen“ vom Land Niedersachsen und der VolkswagenStiftung mit rund 500.000 Euro. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. „Die niedersächsischen Fachhochschulen wie die Ostfalia leisten wichtige Beiträge zu Forschung, Transfer und Innovation im Wissenschaftssystem. Sie sind Motoren der regionalen Entwicklung und Innovationstreiber für Kleine und Mittlere Unternehmen. Damit prägen sie sowohl die Wissenschaft als auch die Wirtschaft in Niedersachsen. Mit den zusätzlich aus dem Programm „zukunft.Niedersachsen“ bereit gestellten Mitteln können praxisnahe Forschungsprojekte angeschoben werden. Ich freue mich für Vahldiek und die Ostfalia Hochschule über den Zuschlag“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Im Februar hat das Forschungsteam um Vahldiek die Arbeit offiziell aufgenommen: Im ersten Schritt wird die bestehende Applikation Pain2D zur Erhebung von Schmerzzeichnungen erweitert und dann in einem Kollektiv von Rheumapatientinnen und -patienten evaluiert. „Anschließend werden diese Daten mit klinischen Daten und Laborwerten verbunden und durch Clusteranalysen, KI und Maschinelles Lernen verarbeitet“, sagt Vahldiek. Dadurch soll eine Klassifikation von Rheumaerkrankungen erzielt werden, um eine schnellere Diagnosestellung und bessere Patientenversorgung zu unterstützen. „Perspektivisch erhoffen wir uns von diesem Verfahren großes Potential, auch bei der Anwendung auf andere, auch seltene Erkrankungen“, so der Ostfalia-Forscher. Für Vahldiek ist das Projekt auch persönlich etwas ganz Besonderes, denn er hat damit seine ersten eigenen Forschungsmittel eingeworben. Vahldiek, der 2022 promoviert hat, ist seit März 2023 Teil des Tandem-Programms „PRoProf“ der Hochschule. Durch die Einrichtung von Tandem-Stellen eröffnet die Ostfalia einen strukturierten Karriereweg zur Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Vahldiek forscht und lehrt an der Ostfalia und arbeitet zugleich bei der Nordzucker AG als Data Science Specialist. Auf diese Weise qualifiziert er sich für eine spätere HAW-Professur.
Mehr erfahren zu: "Notfallreform: Anästhesisten fordern konsequente Einbindung notfallmedizinischer Expertise " Notfallreform: Anästhesisten fordern konsequente Einbindung notfallmedizinischer Expertise Die anästhesiologischen Organisationen DGAI und BDA begrüßen den aktuellen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung, fordern aber eine konsequente Einbindung notfallmedizinischer Expertise.
Mehr erfahren zu: "Schmerzexperten: „Schluss mit dem Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis“" Schmerzexperten: „Schluss mit dem Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis“ Schmerzmediziner sind sich einig, dass das seit Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes am 30. Juli entstandene Regelungschaos bei der Verordnung von medizinischem Cannabis für Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie für […]
Mehr erfahren zu: "Außerklinischer Herzstillstand: Was bringt die Smartphone-basierte Ersthelfenden-Alarmierung in städtischen Gebieten?" Außerklinischer Herzstillstand: Was bringt die Smartphone-basierte Ersthelfenden-Alarmierung in städtischen Gebieten? Verbessert der Einsatz von Ersthelfenden aus der Bevölkerung die Überlebenschancen nach einem außerklinischen Herzstillstand? Die auf dem ESC 2026 präsentierten Resultate der HeartRunner-Studie kommen zu einem überraschenden Ergebnis.