Einfluss des Konsums von heißem Tee auf das Risiko für ein Ösophaguskarzinom

Tee
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Wer gewohnheitsmäßig seinen Tee sehr heiß trinkt, besitzt ein erhöhtes Risiko für ein Ösophaguskarzinom, wenn er gleichzeitig übermäßig Alkohol und Tabak konsumiert. Das berichten die Autoren einer aktuellen Studie aus China, die in den „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht wurde. In der Vergangenheit sei man zwar davon ausgegangen, dass das Trinken von sehr heißem Tee einen Risiko­faktor für Speiseröhrenkrebs darstellt, doch sei diese Verbindung bislang nicht konsequent untersucht worden, schreiben die Wissenschaftler zum Hintergrund ihrer Arbeit.

Grundlage der Studie war die China Kadoorie Biobank, eine pro­spektiv angelegt Datensammlung, die die Jahre 2004–2008 umfasst. Die Autoren der aktuellen Studie werteten Informationen zu 456.155 Personen im Alter von 30 bis 79 Jahren aus. Personen, die bereits vor Beginn der Studie an Krebs erkrankt waren, oder die vor Beginn der Datenerhebung den Konsum von Tee, Alkohol oder Tabak reduziert hatten, wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Zu Beginn der Studie machten die Probanden Angaben dazu, mit welcher Temperatur sie ihren Tee normalerweise tranken, sowie weitere Angaben zu ihrem Teekonsum und anderweitige relevanten Lebens­gewohnheiten. Endpunkt der Untersuchung war das Auftreten eines Ösophaguskarzinoms bis zum Jahr 2015.
Während eines medianen Follow-up von 9,2 Jahren wurden 1731 neu aufgetretene Fälle von Speiseröhrenkrebs dokumentiert. Es zeigte sich, dass das Trinken von sehr heißem Tee in Kombination mit entweder Alkoholkonsum oder Rauchen mit einem größeren Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden war als wenn ausschließlich heißer Tee getrunken wurde.

Im Vergleich zu Studienteilnehmern, die seltener als 1-mal die Woche Tee tranken und weniger als 15 g Alkohol pro Tag konsumierten, hatten diejenigen, die täglich heißen Tee und 15 g Alkohol tranken, das größte Risiko für Speiseröhrenkrebs (Hazard Ratio [HR] 5,00; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 3,64–6,88). Die HR für aktive Raucher, die täglich heißen Tee tranken, lag bei 2,03 (95 %-KI 1,55–2,67).

Fazit
Das Trinken von sehr heißem Tee ist mit einem erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden, wenn er mit übermäßigem Alkohol- oder Tabakkonsum kombiniert wird.

Autoren: Yu C et al.
Korrespondenz: Prof. Jun Lv, Department of Epidemiology and Biostatistics, Peking University Health Science Center, 38 Xueyuan Road, Peking 100191, China; [email protected]
Studie: Hot Tea Consumption and Its Interactions With Alcohol and Tobacco Use on the Risk for Esophageal Cancer: A Population-Based Cohort Study
Quelle: Ann Intern Med 2018;168(7):489–497.
Web: annals.org/aim