Der Einfluss des Gewichts auf den Verlauf der Schwangerschaft

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Mit welchem Gewicht eine Frau in die Schwangerschaft startet und wie viel sie bis zur Geburt zunimmt, hat Einfluss auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Wie begegnen Fachleute dem Thema am besten in ihrer Arbeit, besonders bei Frauen mit Übergewicht und Adipositas? Die neuen nationalen Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben sollen Hilfestellung geben.

26 Prozent der Frauen starten mit Übergewicht in die Schwangerschaft, 19 Prozent mit Adipositas. Insgesamt sind also 45 Prozent aller Frauen zu schwer, wenn sie schwanger werden. Das hat Einfluss auf die Gesundheit der werdenden Mutter sowie des ungeborenen Kindes, indem es zum Beispiel das Risiko für Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburten steigert. Diese Risiken liegen ebenso vor, wenn eine Frau in ihrer Schwangerschaft mehr Gewicht zunimmt als empfohlen.

Ob das Ausgangsgewicht oder die Gewichtszunahme der größere Risikofaktor ist, ist durch Studien bisher nicht eindeutig zu belegen. Klar ist, dass ein gesundheitsfördernder Lebensstil in der Schwangerschaft wichtiger ist, als sich an starren Gewichtsvorhaben aufzuhalten. Das ist der Kern der Netzwerk-Empfehlung. Dennoch sollten Frauen mit höherem Körpergewicht weniger zunehmen als Frauen mit Normalgewicht, um das Risiko für negative Implikationen bei Mutter und Kind niedrig zu halten:  

  • Schwangere mit Normalgewicht: Eine Frau gilt als normalgewichtig, wenn ihr Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 24,9 kg/m² liegt. Nimmt sie in der Schwangerschaft zwischen 10 und 16 Kilogramm zu, liegt das im empfohlenen Bereich.
  • Schwangere mit Übergewicht: Ein BMI zwischen 25 und 29,9 kg/m² bedeutet Übergewicht. Schwangere, die sich in dieser Spanne befinden, sollten weniger zunehmen als Frauen mit Normalgewicht.
  • Schwangere mit Adipositas: Ab einem BMI über 30 kg/m² spricht man von Adipositas. Die US-Amerikanische National Academy of Medicine empfiehlt in diesem Fall eine Zunahme zwischen 5 und 9 Kilogramm. Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten sowie die S3-Leitlinien „Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ und „Adipositas und Schwangerschaft“ bewerten eine Zunahme unterhalb dieser Spanne als sinnvoll. Dem schließen sich die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben an. 

Was heißt das nun für die Praxis? „Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an Schwangeren mit Übergewicht oder Adipositas ist eine Sensibilisierung der Fachkräfte, die mit den Frauen arbeiten, essenziell“, berichtet Dr. Cornelia Hösemann vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte. „In gynäkologischen Praxen kann eine Beratung mit Betonung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils inklusive ausgewogener Ernährung und körperlicher Aktivität erfolgen.“ Das ist schon bei Kinderwunsch wichtig, denn bereits vor der Konzeption ist die Annäherung des mütterlichen Gewichts an ein Normalgewicht wünschenswert.