Einfluss von Luftschadstoffen in Schulen auf Asthma

© Kzenon – fotolia.com

Bei der Auswertung zweier 18 Jahre auseinanderliegender Studien (1998/1999 und 2016) aus Frankreich hat sich gezeigt, dass das Niveau von Luftschadstoffen in den Klassenräumen untersuchter Schulen zwar sank, dass aber das Auftreten von Asthma bei den Schülern immer noch mit Feinstaub (PM2.5) in Zusammenhang stand. Auch andere potenziell ursächliche oder beitragende Faktoren waren mit Asthma und Allergien assoziiert, wie die Studienautoren um Erstautor Fabien Sasso vom La Timone Hospital in Marseille in der Zeitschrift „Respiratory Medicine“ schreiben.

Die erste Studie wurde in Marseille durchgeführt und deutete darauf hin, dass die Luftqualität innerhalb von Schulen eher als schlecht zu bezeichnen ist und dass es eine Verbindung zwischen dem Niveau von Feinstaub und dem Auftreten von Asthma bei den dort lernenden Kindern gibt.

Ziel der 18 Jahre später stattfindenden Untersuchung war es, eventuelle Veränderungen in der Prävalenz kindlichen Asthmas und allergischer Erkrankungen zu beurteilen, ebenso wie deren Zusammenhang mit dem Niveau von Schadstoffen in der Raumluft und anderen möglichen Risikofaktoren.

Für die zweite Studie wurde derselbe Fragebogen verwendet wie bei der ersten Ende der 1990er-Jahre. Darüber sammelten die Wissenschaftler Informationen zu Symptomen, Diagnosen und Faktoren, die das Ergebnis potenziell verfälschten. Zudem wurden an den Schulen die wichtigsten Schadstoffe in der Raum- und Außenluft gemessen.

Insgesamt zeichnete sich bezüglich der Prävalenz von Asthma und allergischen Erkrankungen in der Zeit zwischen den beiden Studien eine steigende Tendenz ab. Signifikant war diese aber nur für trockenen Husten und Pollenallergien. Das Ausmaß von Luftschadstoffen nahm in der Raumluft signifikant ab.

Dennoch fanden die Forscher eine Korrelation und einen dosisabhängigen Effekt in Bezug auf die Konzentration von PM2.5und der Asthmaprävalenz. Ebenfalls mit dem Risiko für Asthma und Allergien assoziiert waren entsprechende Fälle in der Familie der Schulkinder, ungesunde Umstände am Wohnort der Kinder und eine Ernährung, die nicht der sogenannten Mittelmeerdiät entsprach.

Fazit
In der Zeitspanne zwischen den beiden Studien, die 18 Jahre auseinander lagen und trotz einer Verringerung der Luftschadstoffe im Klassenzimmer, stand Asthma immer noch mit Feinstaub in Zusammenhang. Andere möglicherweise ursächliche oder beitragende Umweltfaktoren waren ebenfalls mit Asthma und Allergien assoziiert. (ac)

Autoren: Sasso F et al.
Korrespondenz: Denis Charpin, Pulmonology Unit, Groupe Hospitalier de la Timone, 264, rue Saint-Pierre, 13385, Marseille, Frankreich; [email protected]
Studie: 18-year evolution of asthma and allergic diseases in French urban schoolchildren in relation to indoor air pollutant levels
Quelle: Respir Med 2019;148:31–36.
Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2019.01.007