Eingeschränkte Nierenfunktion: Höhere Konzentrationen von Alzheimer-Biomarkern beobachtet

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Laut einer neuen Studie aus Schweden weisen Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion höhere Konzentrationen von Alzheimer-Biomarkern in ihrem Blut auf, haben aber kein erhöhtes Demenzrisiko.

An der Studie nahmen 2279 Personen mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren teil, die zu Beginn der Studie keine Demenz aufwiesen. Die Teilnehmer unterzogen sich medizinischen Untersuchungen und Tests zur Messung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Außerdem führte das Forscherteam Bluttests durch, um die Nierenfunktion und die Konzentrationen von Alzheimer-Biomarkern – Tau- und Amyloid-Beta-Proteinen, Neurofilament-Leichtkettenproteinen und Gliafaserproteinen – zu bestimmen. Die Studienteilnehmer wurden durchschnittlich acht Jahre lang beobachtet. Die Forscher teilten die Teilnehmer in zwei Gruppen ein: 1722 Personen mit gesunden Nieren, von denen 221 im Verlauf der Studie an Demenz erkrankten. Und 557 Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion, von denen 141 an Demenz erkrankten.

Die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Francesca Gasparini vom Karolinska Institutet in Stockholm (Schweden) haben die neuen Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht.

Zeitpunkt des Demenzausbruchs im Fokus

Die Forscher stellten fest, dass eine eingeschränkte Nierenfunktion mit höheren Werten der meisten untersuchten Alzheimer-Biomarker einherging. Auch nach Ausschluss derjenigen, die im Verlauf der Studie an Demenz erkrankten, blieben die Ergebnisse unverändert. Nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht und dem Gen APOEe4, das auf ein hohes Risiko für die Alzheimer-Krankheit hinweist, war eine schlechte Nierenfunktion im Vergleich zu einer guten Nierenfunktion nicht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz verbunden.

Die Autoren fanden jedoch heraus, dass Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und erhöhten Werten der Neurofilament-Leichtkette ein fast doppelt so hohes Demenzrisiko aufwiesen wie Menschen mit erhaltener Nierenfunktion und ebenfalls hohen Werten dieses Biomarkers. Laut Gasparini deute dies darauf hin, dass die Nierengesundheit zwar den Zeitpunkt des Demenzausbruchs beeinflussen könne, nicht aber die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Menschen mit höheren Alzheimer-Biomarker-Werten.

Die Studie beweise also nicht, dass eine eingeschränkte Nierenfunktion zu erhöhten Alzheimer-Biomarker-Werten im Blut führt, sondern zeigt lediglich einen Zusammenhang auf, so die Autoren. „Die Überwachung der Nierengesundheit kann Ärzten helfen, diese Biomarker besser zu interpretieren und diejenigen zu identifizieren, die ein Risiko für ein schnelleres Fortschreiten der Erkrankung haben“, kommentiert Gasparini.

Einschränkung der Studie

Eine Einschränkung der Studie bestand darin, dass Alzheimer-bezogene Blutmarker nur einmal gemessen wurden. Daher konnte die Studie nicht erfassen, wie sich Veränderungen der Nierenfunktion im Laufe der Zeit auf die Marker auswirken, betonen die Autoren. Zudem waren die meisten Teilnehmenden sehr gebildet und stammten aus städtischen Gebieten Schwedens, sodass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind, fügen sie hinzu.

(ri/BIERMANN)