Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren erhöht Demenzrisiko nicht

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Die Ergebnisse mehrerer klinischer Studien haben nahegelegt, dass die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) mit einem deutlich erhöhten Demenzrisiko assoziiert ist. Die Aussagekraft dieser Studien ist jedoch umstritten − nicht zuletzt wegen einer unvollständigen Bewertung der Medikamenteneinnahme und der Nichtberücksichtigung von potenziellen Störfaktoren. Darüber hinaus stützten sich die früheren Untersuchungen auf anspruchs­basierte Demenzdiagnosen, was oftmals zu einer Fehlklassifizierung der Erkrankung führen kann.

Ein Team von Forschenden aus den USA und Australien hat daher nun die Assoziation zwischen der Einnahme von PPI und Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten (H2-RA) mit Demenz sowie einem kognitivem Abbau erneut untersucht. Sie führten eine Post-hoc-Analyse der ASPREE(ASPirin in Reducing Events in the Elderly)-Studie in den USA und Australien durch, an der 18.934 Erwachsene ≥65 Jahre teilgenommen hatten. Der Ausgangswert und die jüngste Einnahme von PPI und H2-RA wurden anhand der Überprüfung der Medikation bei den jährlichen persönlichen Studien­besuchen ermittelt.

Eine auftretende Demenz wurde nach den Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual for Mental Disorders (4. Auflage) definiert. Zu den sekundären Endpunkten gehörten kognitive Beeinträchtigungen, aber keine Demenz (cognitive impairment no dementia, CIND) und kognitive Veränderungen. Eine mögliche Assoziation zwischen Medikamenteneinnahme und Demenz und CIND wurde untersucht, ebenso Veränderungen in den kognitiven Testergebnissen.

Die PPI-Anwendung vs. Nichtanwendung zu Studienbeginn war nicht mit dem Auftreten von Demenz, CIND oder mit Veränderungen der kognitiven Gesamtergebnisse im Laufe der Zeit assoziiert. Ebenso wurden keine Assoziationen zwischen der Einnahme von H2-RA und allen kognitiven Endpunkten beobachtet.

Fazit
Aufgrund dieser Datenlage ergibt sich, dass bei Erwachsenen ≥65 Jahren die Einnahme von PPI und H2-RA nicht mit dem Auftreten von Demenz, CIND oder einer Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten im Laufe der Zeit assoziiert ist. Diese Studiendaten geben nun Gewissheit über die Sicherheit einer Langzeiteinnahme von PPI bei älteren Erwachsenen, so das Fazit der Studienautoren. (bi)

Autoren: Mehta RS et al.
Korrespondenz: Andrew T. Chan; [email protected]
Studie: Association of Proton Pump Inhibitor Use With Incident Dementia and Cognitive Decline in Older Adults: A Prospective Cohort Study
Quelle: Gastroenterology 2023;165(3):564–572.e1.
Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.05.052