EKFZ für Optogenetische Therapien: Erste von vier Else-Kröner-Professuren gestartet2. Juni 2026 Christian van Oterendorp. Foto:©UMG/Mirko Plha PD Dr. Christian van Oterendorp hat zum 1. Mai die Else-Kröner-Professur für Translationale Ophthalmologie an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen angetreten. Die im Rahmen der Förderung des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums (EKFZ) für Optogenetische Therapien durch die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) neu geschaffene Professur zielt darauf ab, die angestrebten klinischen Studien des Teams II Optogenetic Vision Restoration (Leitung Prof. Emilie Macé und Prof. Hans Hoerauf) in den nächsten Jahren voranzubringen. Die Optogenetik ist eine spezielle Form der Gentherapie, mit der sich Zellen über genetisch exprimierte, lichtaktivierte Proteine lichtempfindlich machen lassen. Neue optogenetische Verfahren für die klinische Anwendung nutzbar machen Die EKFS fördert seit 2024 mit dem EKFZ für Optogenetische Therapien ein bundesweit einzigartiges Forschungszentrum. Das Zentrum entwickelt innovative optogenetische Therapieansätze für Patientinnen und Patienten mit Taubheit, Blindheit, Magenlähmung oder Bewegungsdefiziten. Das Ziel besteht darin, neue optogenetische Verfahren für die klinische Anwendung nutzbar zu machen. Im Bereich der Augenheilkunde liegt der Fokus auf Erkrankungen wie der Retinitis pigmentosa, einer bislang unheilbaren Netzhauterkrankung, die häufig zur Erblindung führt. Bei dieser Erkrankung sterben die lichtempfindlichen Photorezeptoren der Netzhaut schrittweise ab. Mithilfe optogenetischer Therapien sollen verbliebene Nervenzellen der Netzhaut wieder lichtempfindlich gemacht werden, um so einen Teil des Sehvermögens zurückzugewinnen. Neue Behandlungsansätze zur Wiederherstellung des Sehvermögens bei erblindeten Menschen Das Forschungsteam um van Oterendorp, Macé und Prof. Tim Gollisch möchte mit der am EKFZ für Optogenetische Therapien gebündelten Expertise an neuen Behandlungsansätzen zur Wiederherstellung des Sehvermögens bei erblindeten Menschen arbeiten. Parallel dazu werden an der Universitätsmedizin Göttingen klinische Studien durchgeführt, die das Verständnis der Degenerationsprozesse der Netzhaut verbessern und die Grundlage für gezielte optogenetische Therapieansätze schaffen. Auch Rehabilitationsstrategien, die Patientinnen und Patienten dabei helfen sollen, ihre wiedergewonnene Lichtempfindlichkeit im Alltag zu nutzen, sind Teil der Forschung. Van Oterendorp hat Humanmedizin in Freiburg im Breisgau studiert. Nach Stationen an der Universitäts-Augenklinik Freiburg und dem Addenbrooke’s Hospital in Cambridge ist er seit 2014 an der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen tätig, seit 2023 als Leitender Oberarzt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Überlebens- und Degenerationsprozessen retinaler Ganglienzellen sowie auf bildgebenden Verfahren des Kammerwasserabflusses.
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