Endometrioides Endometriumkarzinom: Biomarker könnte Erfolg fertilitätserhaltender Gestagentherapie vorhersagen

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Ein neuer Biomarker könnte vorhersagen, welche Patientinnen mit einem endometrioiden Endometriumkarzinom nicht auf eine fertilitätserhaltende Gestagentherapie ansprechen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Kombination eines Gestagens mit einem Statin das Ansprechen auf die Therapie verbessern könnte.

Die Inzidenz des Endometriumkarzinoms nimmt insbesondere bei jüngeren Frauen zu, die ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben. Da die chirurgische Standardtherapie zum Verlust der Fertilität führt, gewinnen fertilitätserhaltende Behandlungsstrategien zunehmend an Bedeutung. Allerdings sprechen mehr als 30 Prozent der Patientinnen nicht auf gestagenbasierte Therapien an. Bislang fehlt ein verlässlicher Marker, um das Therapieansprechen vorhersagen zu können.

Biomarker für das Ansprechen auf Gestagene

Für ihre Untersuchung entwickelten die Forschenden patientenabgeleitete Tumorzellcluster (Patient-Derived Tumor Cell Clusters, PTCs) aus endometrioiden Endometriumkarzinomen. Das Modell bildet die histologischen, zytologischen und genomischen Eigenschaften der Primärtumoren nach und soll als Grundlage für weitere Untersuchungen dienen.

Mithilfe der hyperspektralen stimulierten Raman-Streumikroskopie (hyperspectral stimulated Raman scattering, hSRS) identifizierte das Forschungsteam eine vermehrte Anreicherung von Cholesterinestern in Tumorzellclustern von Patientinnen, deren Tumoren nicht auf eine Gestagentherapie ansprachen. Der Anteil der Cholesterinester (cholesterol ester percentage, CEP) erwies sich als unabhängiger Biomarker, mit dem sich progesteroninsensitive von progesteronsensitiven Tumoren unterscheiden ließen. Zudem korrelierten Veränderungen des CEP im Verlauf mit dem klinischen Therapieansprechen.

Kombination mit Statin verbessert Remissionsrate

In einer retrospektiven klinischen Kohortenstudie untersuchten die Forschenden anschließend den Nutzen einer Kombinationstherapie aus Gestagen und Statin bei Patientinnen mit progesteroninsensitivem endometrioidem Endometriumkarzinom, die anhand des CEP identifiziert worden waren. Die vollständige Remissionsrate nach sechs Monaten lag unter einer alleinigen Gestagentherapie bei 7,69 Prozent. Durch die Kombination mit einem Statin stieg sie auf 66,67 Prozent. Nach Angaben der Autoren brachte zudem bereits eine Patientin, die mit der Kombinationstherapie behandelt worden war, ein gesundes Kind zur Welt.

Nach Einschätzung der Forschenden könnten die Ergebnisse zu einer präziseren Stratifizierung von Patientinnen mit endometrioidem Endometriumkarzinom beitragen und damit die personalisierte Therapieplanung verbessern. Der identifizierte Biomarker stellt einen potenziell klinisch anwendbaren Ansatz zur Vorhersage des Ansprechens auf eine Gestagentherapie dar, während die Kombination mit einem Statin einen möglichen therapeutischen Ansatz zur Steigerung der Remissionsraten eröffnet. Die Bedeutung der Befunde für den Fertilitätserhalt ist dabei insbesondere bei jüngeren Patientinnen von hoher klinischer Relevanz, bedarf jedoch der weiteren Validierung in größeren Studien.

(lj/BIERMANN)

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