Enzym HDAC3: Möglicherweise wirksam bei Tumoren und entzündlichen Erkrankungen der Lunge

Von links nach rechts: Yi Yao, Li Zhou und Qing-Sheng Mi. (Foto: © Henry Ford Health System)

Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung US-amerikanischer Wissenschaftler legen nahe, dass ein Enzym eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen der Atemwege spielen könnte.

Histondeacetylasen (HDAC) sind Enzyme, die die Genexpression modulieren, indem sie Acetylgruppen aus Histon- oder Nicht-Histon-Proteinen entfernen. Die Hemmung von HDAC ist ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung verschiedener Arten von bösartigen Erkrankungen und entzündlichen Erkrankungen.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass HDAC3, ein Enzym aus der großen HDAC-Familie, eine Schlüsselrolle bei der Regulierung der Entwicklung und Homöostase von Lungenmakrophagen spielt“, berichtet Dr. Qing-Sheng Mi, Leiter des Center for Cutaneous Biology and Immunology, Department of Dermatology, sowie des Immunology Program am Henry Ford Cancer Institute und Seniorautor der Studie.

„Vier Pan-HDAC-Inhibitoren wurden von der FDA für die Antitumor-Therapie zugelassen. Aufgrund der häufigen schwerwiegenden Nebenwirkungen dieser Pan-HDAC-Inhibitoren ist die Entwicklung von Arzneimitteln mit hoher Selektivität für einzelne HDAC für Forscher zu einer Priorität geworden.“

„Diese Studie zeigt, dass HDAC3 ein potenzielles therapeutisches Ziel für die Intervention bei Krebs und Autoimmunerkrankungen in den Atemwegen ist“, ergänzt Dr. Li Zhou, Co-Senior-Autorin und Mitarbeiterin am Center for Cutaneous Biology and Immunology des Henry Ford Cancer Institute.

Alveolarmakrophagen sind wichtig für die Aufrechterhaltung der Homöostase in den Atemwegen und an der Entwicklung einer Vielzahl von Lungenerkrankungen beteiligt, einschließlich Asthma und Lungenkrebs.

„Laut den Ergebnissen dieser Studie führt die Deletion von HDAC3 in Maus-Alveolarmakrophagen zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Entwicklung, Erhaltung, Reifung und Regeneration von Alveolarmakrophagen“, sagt Yi Yao, Mitarbeiterin in Mis Labor und Erstautor der aktuellen Arbeit.

Weitere Untersuchungen sind laut den Wissenschaftlern nötig, um den zugrunde liegenden Mechanismus besser zu verstehen, durch den einzelne HDAC die Entwicklung, Aufrechterhaltung und Funktion von Immunzellen regulieren. Dieses Wissen werde bei der Identifizierung potenzieller Therapien helfen. „Unsere Studie könnte dazu beitragen, dass HDAC3-Inhibitoren in klinische Studien zu Lungenkrebs und entzündlichen Erkrankungen einbezogen werden“, betont Mi.