Eosinophile Gastritis: Mausmodell liefert therapeutische Zielstrukturen27. Juli 2026 Symbolbild: © sebra – stock.adobe.com Forschende aus Israel haben ein experimentelles Modell entwickelt, das die Eosinophile Gastritis nachbildet. Damit identifizierten sie immunologische Signalwege, die die Erkrankung antreiben. Die Eosinophile Gastritis (EoG) gehört zur Gruppe der eosinophilen gastrointestinalen Erkrankungen (EGID). Die Erkrankung entsteht, wenn sich Eosinophile im Magen ansammeln und zu einer chronischen Entzündung führen. Obwohl die EoG als selten gilt, ist die Zahl der diagnostizierten Patienten im vergangenen Jahrzehnt erheblich gestiegen, teilweise aufgrund erhöhter Aufmerksamkeit und verbesserter Diagnostik. Trotz dieser zunehmenden Wahrnehmung sind die biologischen Mechanismen, die für die Erkrankung verantwortlich sind, weiterhin unzureichend verstanden, und die Behandlungsoptionen bleiben begrenzt. Mausmodell reproduziert Krankheitsmerkmale Prof. Ariel Munitz von der Universität Tel Aviv (Israel) erklärt: „Eine der größten Herausforderungen bei der Erforschung der Eosinophilen Gastritis war das Fehlen experimenteller Modelle, die die bei Patienten beobachtete Erkrankung exakt nachbilden. Ohne solche Modelle war es schwierig zu verstehen, was die Erkrankung verursacht, und vor allem, bessere Therapien zu entwickeln.“ Zur Überwindung dieser Herausforderung entwickelten die Forschenden ein neues Mausmodell, das die wesentlichen Merkmale reproduziert, die bei Patienten beobachtet werden, einschließlich der Akkumulation von Eosinophilen und Mastzellen, chronischer Entzündung, struktureller Veränderungen der Magenschleimhaut und Gewebefibrose. Das neue Modell stellt Forschenden weltweit nun eine wichtige Plattform zur Untersuchung dieser unzureichend verstandenen Erkrankung und zur Bewertung potenzieller Therapien zur Verfügung. Untersuchung immunologischer Signalwege Das Team nutzte das Modell anschließend zur Untersuchung zweier wichtiger immunologischer Signalwege, die durch die Zytokine Interleukin(IL)‑4 und IL‑13 gesteuert werden. Die Moleküle spielen eine zentrale Rolle bei allergischen Erkrankungen und sind und bereits Zielstrukturen mehrerer biologischer Arzneimittel. Die Ergebnisse, veröffentlicht in „Allergy“ zeigten, dass die beiden Signalwege während der Krankheitsentwicklung unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Blockade von IL‑4Rα, einem Rezeptor, der sowohl auf IL‑4 als auch auf IL‑13 reagiert, reduzierte die Akkumulation entzündlicher Zellen im Magen und verhinderte viele der durch die Erkrankung verursachten strukturellen Veränderungen. Im Gegensatz dazu hatte die Eliminierung von IL‑13Rα1, eines eng verwandten Rezeptors, nur geringe Auswirkungen auf die Rekrutierung entzündlicher Zellen, reduzierte jedoch signifikant den abnormalen Gewebeumbau des Magens. Mögliche therapeutische Zielstruktur „Obwohl diese beiden Rezeptoren lange als Teil desselben inflammatorischen Signalwegs betrachtet wurden, fanden wir, dass sie tatsächlich unterschiedliche Aufgaben erfüllen“, sagt Munitz. „IL‑4Rα wirkt als zentraler Regulator, der sowohl Entzündung als auch Gewebeschädigung antreibt, während IL‑13Rα1 primär steuert, wie sich das Magengewebe während der Erkrankung umbaut.“ „Unsere Studie liefert eine biologische Erklärung dafür, warum Therapien, die auf IL‑4Rα abzielen, bei Eosinophiler Gastritis wirksam sein könnten“, sagt Munitz. „Gleichzeitig legt sie nahe, dass zukünftige Therapien noch präziser werden könnten, indem unterschiedliche Signalwege, die für Entzündung und Gewebeumbau verantwortlich sind, getrennt adressiert werden.“ (ins)
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