Eosinophiles Asthma häufiger als bisher vermutet21. Oktober 2021 © yodiyim – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer Registerstudie mit historischen Patientendaten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht, wie hoch die Prävalenz eosinophiler und nichteosinophiler Phänotypen unter Personen ist, die an schwerem Asthma leiden. Die Forschenden versuchten außerdem die Frage zu beantworten, ob sich diese Phänotypen durch klinische und Biomarkervariablen unterscheiden lassen. Die Studienautorinnen und -autoren griffen auf Daten von Erwachsenen mit schwerem Asthma aus 11 Ländern und Informationen zur Zahl der Eosinophilen im Blut (BEC) zu, die im International Severe Asthma Registry (101.01.2015–30.09.2019) hinterlegt waren. Die Patientinnen und Patienten wurden entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit für einen eosinophilen Phänotyp in Kategorien eingeteilt. Dafür verwendeten die Forschenden eine vorab definierten Gradientenalgorithmus basierend auf der höchsten BEC, der langfristigen Einnahme oraler Corticosteroide, erhöhten FeNO-Werte, Nasenpolypen und erstmals im Erwachsenenalter auftretendem Asthma. Demografische und klinische Merkmale wurden zu Studienbeginn definiert (d. h. 1 Jahr vor dem Datum der BEC-Erhebung oder dem dieser am nächsten gelegenen Datum). Die Wissenschaftler nahmen 1716 Personen mit prospektiven Daten in ihre Untersuchung auf. Davon wurde bei 83,8% das Vorliegen eines eosinophilen Phänotyps als sehr wahrscheinlich (Grad 3), bei 8,3% als wahrscheinlich (Grad 2) und bei 6,3% als am wenigsten wahrscheinlich (Grad 1) bestimmt. Von einem nichteosinophilen Phänotyp (Grad 0) ging man bei 1,6% der Patientinnen und Patienten aus. Personen mit eosinophilem Phänotyp (d. h. Grad 2 oder 3) erkrankten später im Leben an Asthma (29,1 vs. 6,7 Jahre; p<0,001) und hatten eine schlechtere Lungenfunktion (FEV1 in % vom Soll nach Bronchodilatation 76,1 vs. 89,3%; p=0,027) als Personen mit einem nichteosinophilen Phänotyp. Patientinnen und Patienten mit einem nichteosinophilen Phänotyp waren mit höherer Wahrscheinlichkeit Frauen (81,5 vs. 62,9%; p=0,047), hatten Ekzeme (20,8 vs. 8,5%; p=0,003) und verwendeten Anti-Immunglobulin-E-Antikörper (32,1 vs. 13,4%; p=0,004) und Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (50,0 vs. 28,0%; p=0,011) als Zusatztherapie. Fazit Bei dem verwendeten evidenzbasierten Eosinophilen-Gradientenalgorithmus war der eosinophile Phänotyp des schweren Asthmas häufiger als zuvor identifiziert. Der Algorithmus verwende Variablen, die in der Primär- und Facharztversorgung leicht zugänglich seien, so die Studienautoren. Die Identifizierung behandelbarer Merkmale über alle Phänotypen hinweg könne die therapeutische Präzision verbessern. (ac) Autoren: Heaney LG et al. Korrespondenz: David B. Price; [email protected] Studie: Eosinophilic and Noneosinophilic Asthma: An Expert Consensus Framework to Characterize Phenotypes in a Global Real-Life Severe Asthma Cohort Quelle: Chest 2021;160(3):814–830. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2021.04.013
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