Epilepsie bei Hunden: Fortschritt für Diagnose und Forschung30. Juni 2025 (Symbolbild) Foto: © kittima – stock.adobe.com Ein internationales Forscherteam aus Veterinärmedizin und Genetik hat ein neues Umfragetool zur Verbesserung der Epilepsie-Diagnostik und Forschung bei Hunden entwickelt. Epilepsie und Dyskinesie sind neurologische Erkrankungen bei Hunden, deren klinische Symptome sich überschneiden können. Ein internationales Team um Professorin Andrea Fischer, Neurologin an der Kleintierklinik der LMU, und Professor Hannes Lohi, Molekulargenetiker an der Universität Helsinki, hat nun mit einem neuartigen mehrsprachigen Fragebogen ein Tool entwickelt, das die Beschreibung und Klassifikation von Anfällen beim Hund standardisiert und die Erhebung von großen Datenbasen erheblich verbessert.Dieses Thema hat besondere Relevanz, da Epilepsie die häufigste chronische neurologische Erkrankung bei Hunden ist und eine genetische Komponente hat. Auch bei dem sogenannten Werwolf-Syndrom, das im vergangenen Jahr vermehrt bei Hunden beobachtet wurde, kann es in der Akutphase zu neurologischen Symptomen und Anfällen kommen.„Diese Umfrage sammelt nicht nur hochwertige Daten – sie ermöglicht auch die Klassifikation von Epilepsie anhand praktischer Symptombeschreibungen und stellt den Besitzern und Besitzerinnen betroffener Hunde klare Video-Beispiele zur Verfügung. So erreichen wir ein völlig neues Niveau in der klinischen Diagnostik und genetischen Forschung“, sagt Lohi.Die Studie basiert auf Daten von über 600 Hunden aus 96 Rassen. Die Ergebnisse zeigen, dass Besitzer und Besitzerinnen Anfälle äußerst zuverlässig erkennen konnten – in 90,1 Prozent der Fälle stimmte deren Einschätzung mit der von Fachleuten überein. Durch Videounterstützung konnte die Klassifikation in 96,5 Prozent der Fälle zusätzlich gestärkt werden. „Die Umfrage bildet häufige und seltene Erscheinungsformen von Epilepsie und Dyskinesien bei Hunden äußerst zuverlässig ab. Anfälle werden anhand motorischer, autonomer und verhaltensbezogener Merkmale in fünf Typen unterteilt. Zudem ermöglicht die Umfrage die Dokumentation und Unterscheidung komplexer Verläufe mit mehreren Anfallsarten“, erklärt Fischer.Das neue Werkzeug unterstützt internationale Forschungsnetzwerke und ist ein zentrales Element für epidemiologische und genetische Studien, die auf verlässliche Daten angewiesen sind. Es hilft, rassespezifische Unterschiede bei Anfallsarten zu erkennen, was genauere Diagnosen und personalisierte Behandlungen ermöglicht. Der neue Fragebogen kann nun weltweit von Tierärzten, Wissenschaftlerinnen und Industriepartnern genutzt werden.
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