EPRD verzeichnet Höchststand an dokumentierten Eingriffen21. Oktober 2026 Foto: hr, Biermann Medizin Das Endoprothesenregister Deutschland meldet 2025 mehr registrierte Fallzahlen als je zuvor. Einen Höchstwert erreichten auch endoprothetische Eingriffe am Knie im EPRD. Der Start des staatlichen Implantateregister Deutschland (IRD) im vergangenen Jahr hatte keine Auswirkungen auf das Meldeaufkommen beim EPRD. Mehr als 422.000 Knie- und Hüftimplantationen meldeten Kliniken dem EPRD im vergangenen Jahr. Dies geht aus dem am 21. Oktober zum DKOU veröffentlichten Jahresbericht 2026 des EPRD hervor. Damit nahm die Anzahl der dokumentierten Eingriffe im EPRD erneut zu, trotz der aufgrund gesundheitspolitscher Reformen kontinuierlich abnehmenden Zahl datenliefernder Krankenhäuser. Auch die für Kliniken seit Anfang 2025 verpflichtende Teilnahme am IRD beeinflusste die Datenlieferung an das EPRD nicht. Der Zuwachs an dokumentierten Eingriffen geht laut Bericht vor allem auf Knieversorgungen zurück. Der Anstieg betrug zwischen 2022 und 2025 im EPRD rund 29 Prozent. Endoprothetische Eingriffe an der Hüfte nahmen im gleichen Zeitraum nur um elf Prozent zu und gingen zwischen 2024 und 2025 sogar leicht zurück. Insgesamt wurden 201.487 Erstimplantationen am Hüftgelenk und 180.360 Erstimplantationen am Kniegelenk für das Jahr 2025 erfasst. Der Anteil männlicher Patienten bei primären Knieversorgungen steigt seit Jahren stetig an. Bei den Hüftgelenkimplantationen waren knapp 60 Prozent der Patienten Frauen. Patientenbefragungen sind erstmals Bestandteil der Qualitätsmessung Erstmals hat das EPRD im Jahresbericht 2026 auch Ergebnisse von Patientenbefragungen veröffentlicht. Laut den Registerverantwortlichen ergänzen sie den Qualitätsparameter der Implantat-Standzeit. Die subjektive Einschätzung der Patientinnen und Patienten liefere einen weiteren wichtigen Indikator für die Ergebnisqualität. Die Patienten beantworten dazu jeweils zwölf Fragen, wobei jede Frage fünf Antwortmöglichkeiten bietet. Die Befragung findet sowohl präoperativ als auch – wenn der Patient weiter daran teilnehmen möchte – sechs, zwölf und 24 Monate nach der Versorgung statt. Im ersten Jahr nahmen 24 Kliniken an der Befragung teil, erläutern die Experten. Die ersten Ergebnisse zeigten, dass die meisten der antwortenden Patienten zufrieden mit ihrer Versorgung sind. Nahezu 70 Prozent der Patienten mit einer Hüfterstimplantation und fast 50 Prozent der Patienten mit einer Knieerstimplantation gaben sogar die Bestnote „Sehr zufrieden“. Infektionsbedingte Folgeeingriffe differenziert betrachten Für 2025 verzeichnete das EPRD insgesamt 18.691 Folgeeingriffe am Knie und 20.279 an der Hüfte. Nach Angabe der Endoprothetik-Experten sind Infektionen neben der Lockerung des Implantates einer der häufigsten Gründe für einen Folgeeingriff. Dem Bericht zufolge sind bei Knieprothesen 16 Prozent der Folgeeingriffe durch eine Infektion bedingt und bei Hüftprothesen 20 Prozent. Bei infektionsbedingten Knie-Folgeeingriffen setze sich offenbar der Trend fort, dass Infektionen zeitig erkannt werden, sodass eine Operation ohne Wechsel der knochenverankerten Komponenten möglich ist, berichten die Experten. Denn der Anteil dieser implantaterhaltenden Revisionen stieg bis 2025 im EPRD auf etwa 57 Prozent. Zehn Jahre zuvor lag er noch bei 35 Prozent. In der Rubrik „Genauer analysiert“ untersucht das EPRD im Jahresbericht 2026, wie der Zeitpunkt einer implantaterhaltenden Revision den Erfolg bei der Infektionsbeseitigung beeinflusst. Aus EPRD-Sicht gelten die allgemeinen Empfehlungen zu einer möglichst frühen implantaterhaltenden Revision bei Infektionen weiterhin, allerdings sei eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen klinischen Situation wichtig. Um diese zukünftig besser abbilden und auswerten zu können, erfasse das EPRD deshalb seit 2025 mit einem optionalen Modul in den Kliniken zusätzliche Informationen zu Diagnostik und Therapie von Infektionen im Bereich einer Gelenkendoprothese. Hintergrund: Das EPRD ist ein freiwilliges Register und mit mehr als 3,7 Millionen erfassten OP-Dokumentationen das zweitgrößte endoprothetische Register Europas. Sein Ziel ist, die Qualität der endoprothetischen Versorgung in Deutschland zu messen und darzustellen. Betreiber des EPRD ist die gemeinnützige EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Auch interessant:Ergebnisse EPRD-Jahresbericht 2025: Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft: Neben Fallzahlen immer auch die Ergebnisqualität berücksichtigen
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